Songpremiere „Nobody but you“ und Interview mit Cesár Sampson

Spannende Tage für Österreichs ESC Hoffnung 2018 Cesár Sampson: am Donnerstag 8.3.18 präsentierten ORF und Cesár den Song erstmals der Presse. Am 9.3.18 um 7:15 Uhr folgte nun die Radiopremiere in der bekannten Morning-Show „Ö3 Wecker“ und die Videopremiere von „Nobody but you“ durfte natürlich auch nicht fehlen. Wir freuen uns sehr, dass sich Cesár trotz vollem Terminkalender zusätzlich Zeit für ein ausführliches Interview mit Prinz Blogger Marc genommen hat.

Cesár Sampson (Fotos: ORF) tritt mit “Nobody but you“ für Österreich am 8. Mai 2018 im ersten Semifinal an (ebenso wie die Schweiz). Stimmberechtigt von den Big 5-Ländern sind im 1. Halbfinale Großbritannien, Spanien und Gastgeber Portugal (nicht jedoch Deutschland).

„Get to know“ Video

Bei der ORF Pressekonferenz am 8.3.2018 äußerte sich Unterhaltungschef Edgar Böhm zum internen Auswahlprozess: „Es war heuer so leicht wie nie“. Als Zielsetzung gab es aus: „Was wir uns natürlich erwarten, ist die Teilnahme am Finale“. ESC-Teamleiter Stefan Zechner legte die Messlatte noch höher: „Wir wollen gewinnen – man geht nicht in einen Contest, um Dritter zu werden.“ . Zechner würdigte dabei auch die  Arbeit von Eberhard Forcher und des Auswahlteams: „Eberhard Forcher ist ein echtes Trüffelschwein in der Szene geworden.“

Heute erfolgte nun die mit Spannung erwartete Songpremiere von „Nobody but you“ im Ö3 Hitwecker. Der Song mit Soul-, R’n’B- und Gospelelementen stammt aus der Hitschmiede von Symphonix International und wandelt auf Pfaden, die man von Marlon Roudette oder Hozier kennt. „Nobody but you“  wurde komponiert und getextet von Sebastian Arman, Boris Milanov und Cesár Sampson.

Und hier ist nun das fertige Werk „Nobody but you“ mit dem Cesár in die erfolgreichen Fußstapfen von Symphonix-Songs wie „If Love was a Crime“ oder „Beautiful Mess“ treten möchte:

Cesár Sampson – „Nobody but you“

 

Redaktioneller Hinweis: Das folgende Interview wurde schriftlich geführt.

PrinzBlog: Endlich hat das Warten ein Ende. Du hast Deinen Song „Nobody but you“ veröffentlicht. Wie und wann entstand der Song?

Cesár Sampson: Ja endlich ist es soweit. „Nobody but you“ entstand in einem Wohnzimmer im 18. Wiener Gemeindebezirk an einem Flügel. Die 4 bis 5 Zeilen am Anfang waren das Erste, was uns (Sebastian Arman und mir) einfiel. Das war schon Anfang 2017. Danach erforderte es von mir, mich als Künstler wieder zu öffnen und meine persönliche Message mit einfließen zulassen. Als die Transformation von „hinter den Kulissen“ zu „vor den Kulissen“ geschafft war- von der Einstellung her, ging es irgendwie wie von selbst. Ohne den Einsatz des gesamten Teams hätten wir es aber dann trotzdem nicht geschafft. Symphonix in Hochform!

Warum möchtest Du gerade mit diesem Song am ESC teilnehmen? Was zeichnet den Song aus?

Ohne Ironie: Dieser Song wollte von uns geschrieben werden und ich weiß es besser, als einem Song zu widersprechen.

Neben der Radiopremiere gibt es auch die Video-Premiere von „Nobody but you“. Wo habt ihr den Videoclip gedreht und welche Emotion/Botschaft möchtet ihr mit dem Video transportieren?

Wir haben das Video in den Nu Boyana Filmstudios gedreht mit dem Regisseur, der letztes Jahr auch schon Jana Burceskas „Dance Alone“ gedreht hat. Ich habe meine eigenen Assoziationen mit der Bildsprache meines Videos. Aber ich ziehe es vor für den Hörer/Zuseher nicht meine Sicht der Dinge vorzuschreiben. Ich würde sagen, das Lied sowie das Video ist ein Präludium, ein Prequel einer Liebesgeschichte und des Liebens an sich.

Du bist Mitglied im erfolgreichen Produktionsteam „Symphonix International“ (u.a. „If Love was a Crime“, „Beautiful Mess“ uvm).
Wie ist das Produktionsteam entstanden und was ist Deine Rolle?

Im Frühjahr 2008 fragte mich ein Freund, ob ich einigen Künstlern in seiner Heimatstadt Vocal Coaching geben könnte. Er hatte meine Arbeit vorgespielt und die Anfragen hatten sich daraufhin gehäuft. Dieser Freund war Borislav Milanov und die Stadt war Sofia in Bulgarien. Ich sagte zu und aus einigen Terminen wurde ein ausgedehnter Workshop sowie eine durchgeplante Woche voller Medienauftritte und Privataudienzen mit lokalen Größen.

Da machte es Klick bei mir und ich fragte Sebastian Arman, mit dem ich kurz davor angefangen hatte, Songs zu produzieren, ob er Lust hätte mitzukommen. Es folgte eine tolle Zeit und am Ende dieser 10 Tage waren wir zu einem Team geworden. Der Name Symphonix kam mir in Anlehnung an die Soulgrößen der 70er: the Stylistics, Delphonics und wie sie nicht alle hießen.

Meine Rolle war von Anfang die des puristischen Songwriters, Texters und Vocal Producers. Seitdem wir selbst ein Label sind kommen die kreativen Herausforderungen der Firmenführung hinzu. , da kommt man nicht aus, wenn man auf dieser professionellen Ebene arbeitet, und uns fällt ja ständig neues ein.

Kristian Kostov und Cesár Sampson

Einige ESC Fans sehen die zunehmende Dominanz der immer gleichen Komponistenteams z.B. aus Schweden kritisch. Mit zunehmendem Erfolg von Symphonix werdet ihr wahrscheinlich auch mit ähnlicher Kritik konfrontiert werden. Letztes Jahr hattet ihr mit Bulgarien, Serbien und Mazedonien z.B. gleich drei ESC Beiträge im Rennen. Wie ist eure Meinung zu diesem Thema?

Ich weiß nicht, was wir Besonderes dazu sagen könnten. Wir sind ja kein schwedisches Team, nur weil 2/5tel von uns aus Schweden sind. Wir sind Symphonix International und der Name ist Programm. Wir würden also zu Unrecht mit solcher Kritik konfrontiert werden. Nicht, dass mir soetwas zu Ohren gekommen wäre. Ich persönlich sehe da keine besondere Dominanz, wenn man sich die Sieger und Runner-Ups der letzten Jahre ansieht.

Was bedeutet Dir der ESC und welchen Bezug hat Deine Mutter zum ESC? War sie nicht Backing Singer beim ESC?

Oh ja, das war sie – vor langer langer Zeit. Da war ich noch ein Kleinkind. Ich glaube kaum, dass sie da so enthusiastisch war, wie ich 2016. Meine Mutter war immer schon eine ziemlich avantgardistische Künstlerin und ESC war damals noch „a different Beast entirely“ (Das ist übrigens ein Zitat vom ESC Gewinner 1994 Paul Harrington). Ich glaube der Konnex war da noch nicht wirklich da, aber man musste ja auch einfach mal Brötchen verdienen, vor allem wenn ein kleines Burli zuhause wartet. In dem Sinne sage ich: Danke ESC !

Der ESC heute ist eine Plattform, die einzigartig in der Welt ist. Alles kann auf ihr passieren: Stichwort Toleranz. Für mich ist es der Ort, an dem ich meinen Kokon ablegen werde und dann sehen wir, was die letzten 10 Jahre in mir passiert ist.

Und Du hast eine musikbegeisterte Tante, die in den 80iger Jahren europaweit für Furore sorgte. Erkläre uns welche Verbindung sie zur Popgruppe WHAM und George Michael hatte und mit welchem Lied sie 1986 die Charts stürmte?

Meine Tante Pepsi gilt als Gründungsmitglied der Gruppe WHAM und soweit ich das beurteilen kann, war sie auch für sich ein Teenie-Star in England in einem Duo namens „Pepsi & Shirlie“. George Michael war dadurch ein Freund der Familie und war mehr als nur einmal bei meiner Londoner Großmutter zum Sonntags-Cookout. Er war da leider um Einiges öfter als ich selbst. Meine Großmutter ist vor einiger Zeit von uns gegangen. George Michael hat übrigens einen ganzen Tag an ihrem Krankenbett verbracht, als es zu Ende ging, hat man mir erzählt.

Pepsi & Shirlie „Heartache“ (1986 Top 10 in Deutschland, Österreich, Schweiz)

Welche Tipps hast Du von Deiner Mutter und Deiner Tante für Deinen ESC-Auftritt bekommen?

To have fun!

Die Fans freuen sich, Dich und Deinen ESC Song hoffentlich bald „live“ zu erleben. Welche nationalen und internationalen Promo-Auftritte hast Du denn geplant?

Ich werde bei den Eurovision Pre Parties in London, Israel und Amsterdam vor Ort sein!

Nathan und Cesár beim OGAE Clubtreffen 2018

Nathan hat 2017 die Zeit zwischen Songveröffentlichung und ESC-Auftritt genutzt und viele ESC-Coverversionen veröffentlicht. Hast Du auch besondere Aktionen geplant? Wenn ja, welche?

Nein, das habe ich eigentlich nicht geplant. Ich habe nicht vor ESC-Coverversionen zu singen. Ich habe allerdings meine Zeit genützt um eine zweite Version von „Nobody but you“ zu arrangieren, die ich bei den Promo Events aufführen werde. Dieses Lied entfaltet sich auf wundersame Weisen. Wenn ich ein ESC-related Lied singen würde, wäre es wohl „You & I“ von Ryk, der es leider nicht durch die deutsche Vorausscheidung geschafft hat. Aber dann muss ich wieder sagen – ich kann es sicherlich nicht so gut singen wie er, deshalb werde ich das wohl lassen. Da habe ich zu viel Respekt vor dem Original.

Spürst Du aufgrund der Direktnominierung einen zusätzlichen Druck und welches Ziel hast Du Dir selbst für das Abschneiden beim ESC gesteckt?

Nein, die Direktnominierung ist, wenn überhaupt, ein Vertrauensbeweis der zusätzliche Stütze gibt, vor allem weil ich weiß, dass es die erfahrensten Leute der österreichischen Medienlandschaft waren, die diese Entscheidung getroffen haben. Die werden es schon wissen. Wenn ich gewinnen würde, dann wäre es vor allem für Österreich, denn beim ESC kann man sich und seine Musik auch vom z.B. 5ten Platz aus großartig präsentieren. Ich selbst messe mich nur an mir und meinem Potenzial. Ich singe hier keinen Wettbewerb, ich performe meine persönliche Weltpremiere.

Hat Dir der ORF ein Ziel vorgegeben und wenn ja, welches?

Hier herrscht eine positive, enthusiastische und durchaus siegesbereite Stimmung und das ist schön so.

Foto ORF: Pascal Peterson

Du warst bereits zum Postkartendreh in Lissabon. Wie sind Deine Eindrücke von der Stadt und hast Du schon ein ESC-Feeling gespürt?

Der Postkartendreh war ganz im Zeichen des Kennenlernens dieses schönen Landes geprägt, nicht vom ESC im Speziellen. Ich mag Lissabon sehr!

Lieber Cesár, ein herzliches Dankeschön für das Interview. Wir wünschen Dir viel Spaß und Freude bei Deinen Promo Auftritten in London, Tel Aviv und Amsterdam und für Lissabon ganz viel Erfolg im ersten Semifinale.

Cesár Sampson mit Blogger Marc beim OGAE Cubtreffen

Web-Links: Cesár Sampson ist bei Facebook, Twitter und Instagram.

 

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