„Standing still“ steigt in Charts ein und ist Airplay-Hit

Die ersten Indikatoren täuschten nicht: Standing still war nicht nur ein kurzfristiger Erfolg in den Downloadportalen. Zwei Wochen nach seinem Sieg bei Unser Star für Baku ist Roman Lob der höchste Neueinsteiger in den deutschen Verkaufscharts. Parallel dazu kommt Standing Still auch bei den Radiosendern immer häufiger zum Einsatz.

Zwei Wochen dauerte es, bis sich Roman Lobs Sieg auch in den Hitparaden widerspiegelte: Am letzten Freitag (2. März) platzierte sich Standing Still als höchster Neueinsteiger auf Platz 3 in den deutschen Verkaufscharts. Vor ihm liegt der Winterhit Ai Se Eu Te Pego von Michel Teló auf Platz 1 und Sean Paul mit She Doesn’t Mind auf Rang 2.

Mindestens genauso wichtig ist aber, dass Romans Siegerlied bei den deutschen Radiosendern immer häufiger läuft. Als erster Sender spielte Bayern 3 offenbar noch am Tag des Finales das Lied und generierte so den einzigen Airplay von Standing Still in der KW 7.

In der KW 8 war es dann 269 und in der KW 9 bereits 337 Mal im Radio zu hören. In der aktuell laufenden Woche, die am Freitag (2. März begann) begann, gab es bis einschließlich Sonntag 186 Airplays, so dass insgesamt von einer weiteren Steigerung in der KW 10 im Vergleich zur Vorwoche ausgegangen werden kann.

Am fleißigsten spielte bisher Radio Gong 106,9 Würzburg Standing Still. In den zweieinhalb Kalenderwochen war es bei diesem Sender 48 Mal zu hören – jeden Tag also knapp drei Mal bzw. alle acht Stunden. Gleich hinter Gong folgen BB Radio (Brandenburg) mit 46 Einsätzen, planet radio mit 44 (Hessen) und 104.6 RTL (Berlin) mit 36. Der erste öffentlich-rechtliche Sender bei dieser Auswertung ist MDR Jump aus Leipzig, wo das Lied bisher 35 Mal zu hören war.

Die öffentlich-rechtlichen Sender (einmal abgesehen von Radio Gong in Würzburg und Regensburg) haben Standing Still jedoch „warm gespielt“ – sie sind also in Vorleistung getreten und haben den Song promotet, als sich die privaten Stationen noch nicht so richtig vorwagten. In der KW 7 spielte die NDR-Jugendwelle N-Joy den Titel gleich 18 Mal. Viele Einsätze hatte er auch auf Bayern 3 (12), Bremen Vier, SWR 3 und WDR Eins Live (je 11). Die „mutigsten“ landesweiten Privatsender waren planet radio und BB Radio mit je 7 Airplays.

Interessant ist, dass sich auch die öffentlich-rechtlichen Sender mit einer älteren Zielgruppe (50+) nicht lumpen lassen und Standing Still ab und an einsetzen. Das ist dann aber besonders häufig zwischen 0 und 6 Uhr der Fall. So platzierte der hessische Sender hr 1 sechs Ausstrahlungen in dieser Zeitschiene, die beiden verbleibenen Airplays erfolgten jedoch tagsüber  – und erreichten damit nicht nur Nachtschwestern und Taxifahrer.

Weiterhin interessant: Die sehr jungen ENERGY-Sender in Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Rhein-Main und Stuttgart haben das Lied nur in der KW 7 gespielt, seitdem nicht mehr. Möglicherweise ändert sich das aber noch mit dem Einzug in die aktuellen Verkaufscharts.

Standing Still ist offenbar ein sehr geeigneter Titel für den Radio-Mainstream. Nach der Vorlage durch fast alle öffentlich-rechtlichen und einige private Stationen sind mit leichter Verzögerung auch private Dickschiffe wie ANTENNE BAYERN, radio ffn (Niedersachsen), Ostseewelle Hit-Radio (Meck-Pomm), Radio Regenbogen (Baden-Württemberg) und R.SH (Schleswig-Holstein). Sie alle spielen das Lied in schöner Regelmäßigkeit.

Die Grundlage für ein längeres Leben von Standing Still im öffentlichen Bewusstsein ist damit gelegt. Selbst wenn das Lied nicht den Erfolg hat wie Satellite, scheint ihm doch einige Aufmerksamkeit zu Teil zu werden. Bis zum Eurovision Song Contest sollten die meisten Deutschen es zumindest „vom Hören“ kennen. Ob sie dann auch wissen, dass es der deutsche Beitrag in Baku ist, bleibt abzuwarten.