The Shin feat. Mariko Ebralidze vertreten Georgien in Kopenhagen

Mariko Ebralidze

Mehr Frauenpower für Kopenhagen. Das Scoreboard für den Eurovision Song Contest füllt sich langsam, ein weiterer Name ist heute hinzukommen: Sophie Gelovani und Nodiko Tatishvili, die mit dem Thomas G:son Powertrack WALTERFALL für Georgien in Malmö einen enttäuschenden (und unberechtigt niedrigen) 15. Platz erzielten, haben heute den Namen ihrer „Nachfolger“ verkündet. Es handelt sich um die in Georgien sehr populäre Worldmusic-Band The Shin mit der stimmgewaltigen Mariko Ebralidze an den Leadvocals.

Malmö 2013 Bürgermeisterempfang Red Carpet Sophie & Nodiko

Um 16 Uhr Ortszeit war es soweit und Georgiens Vorzeigetraumpaar 2013 lüftete das Geheimnis, dass Georgien die nicht minder attraktive Mariko Ebralidze nach Kopenhagen entsenden wird. Georgien hat in diesem Jahr auf einen Vorentscheid verzichtet und sich für eine interne Nominierung entschieden.

Mariko tritt gemeinsam mit der populären vierköpfigen Weltmusiktruppe The Shin, die ihren Stil selbst als „Mixtur aus Jazz, Funk, Fusion, Flamenco, Ravel und Shakti“ bezeichnet. Shakti??? Der Begriff kommt ursprünglich aus dem Hinduismus und steht dort für die energetische weibliche Urkraft des Universums. Na dann.

The Chin GeorgienThe Shin, bestehend aus Zaza Miminoshvili, Zurab J. Gagnidze, Aleksandre Chumburidze und Mamuka Gaganidze.

Die Bandmitglieder von The Shin gehören zur kün­st­lerischen Elite Georgiens. Die inter­na­tional bekan­nteste geor­gis­che Welt-Jazz Band ist Gewin­ner des renommierten deutschen Weltmusik Awards CREOLE 2009. Zu dieser Zeit lebten die Bandmitglieder in Stuttgart, wo sich die Band in 1998 auch formiert hat, also ausgerechnet in dem Jahr, in dem Guildo Horn dem ESC hierzulande einen ungeahnten Spin gab. Zwei der Gründungsväter von The Chin, Zaza Miminoshvili und Zurab Gagnidze, leben sogar schon seit 1994 in Deutschland. Kleine Welt.

The Chin in Athen
Mit ihrem experimentellen Fusionprogramm touren The Shin durch viele Länder Europas (oben ein aktueller privater Schnappschuss aus Athen, auf dem ausgerechnet der junge Mann im weißen Hemd fehlt) und haben in Weltmusikkreisen eine internationale Bekanntheit und große Reputation erlangt.

Die ungewöhnliche intensive Vermischung exotischer Musikstile ist das Markenzeichen von The Shin. „shin“ ist in Georgien der Begriff für „nach Hause kommen“ und soll das Selbstverständnis der Band zum Ausdruck bringen, bei Zuhörern auf der ganzen Welt mit ihren Klängen Geborgenheit und heimatliche Gefühle auszulösen.

Es ist sicher ein kluger Schachzug des georgischen Fernsehens, der Band eine junge, aber dennoch erfahrene und gleichzeitig attraktive Leadvocalistin voranzustellen. Schade nur, daß GPB über Mariko Ebralidze, die zu den beliebtesten Sängerinnen Georgiens gehört und ihren Schwerpunkt ebenfalls im Freejazz hat, in der offiziellen Presseinformation kaum Worte verliert. Aber wir können Euch einige Kostproben der live-erfahrenen Mariko bieten:

Freejazz Swingstyle von Mariko Ebralidze mit der Tbilisi Bigband

Sieht ganz so aus, als wäre Kopenhagen (einmal mehr) ein Wettbewerb der großen dramatischen Frauenstimmen. Den Song von The Shin und Mariko Ebralidze will das georgische Fernsehen zu einem späteren, noch nicht näher definierten Zeitpunkt bekanntgeben. Was jetzt schon feststeht: Im Vergleich zu dem, was Georgien in früheren Jahren – speziell 2013 – abgeliefert hat, erwartet uns deutlich weniger kommerzielle, anspruchsvolle, intellektuelle, möglicherweise auch einigermaßen schwere musikalische Kost.

Dennoch sei abschließend noch einmal auf den georgischen VE 2012 („I’m a Jocker“) verwiesen, der lustigste Liveblog, an dem ich bislang teilgenommen habe.