Tritt Helene Fischer irgendwann beim ESC an?

Promo goes Primetime. Das Album Release Konzert von Helene Fischer wird in dieser Woche (am 8. Juni 2017) von der ARD in der Primetime ausgestrahlt, dem donnerstäglichen Sendeplatz, auf dem seit mehreren Jahren auch der deutsche Vorentscheid stattfindet. Redaktionsleiter der Show ist NDR ESC Chef Thomas Schreiber. Hat er mit Helene auch über den ESC gesprochen? Wir haben ihn gefragt.


„Du schaltest in diesen Tagen den Fernseher an und Helene ist schon da“, bilanziert Reinhold Beckmann in der Woche nach Pfingsten in der Talkshow von Markus Lanz die Overexpose der Königin in den deutschen Medien. PRINZ Blogger DJ Douze Points, mitverantwortlich für eine der besten ESC Partynächte der letzten Jahre, schickt uns dazu dieses Photo aus Mallorca:


Dass weniger manchmal mehr ist, hat zuletzt der missglückte Auftritt von Deutschlands (kommerziell) erfolgreichster Künstlerin im der Halbzeitpause des DFB Pokalfinales gezeigt. Wie immer man zu ihr steht, das gnadenlose (ungehobelte und gemeine) Niederpfeifen hat Helene überhaupt nicht verdient. Wer die sozialen Medien im Vorfeld verfolgt hat, konnte diesen (eigentlich vermeidbaren) Auftritts-GAU jedoch ahnen. So ist es wirklich verwunderlich, wie naiv (und öffentlichkeitsgierig) das Fischer-Management hier agiert hat. Aber vielleicht hat dieser Reality Check auch durchaus was Lehrreiches. „Alles ist für ‚was gut“, sagt meine Mama gerne.

Entspannt sieht anders aus: JÜBLOF als Pausenact beim DFB Pokalfinale 2017.

Am Mittwoch (24. Mai 2017) vor dem Pokalfinale hatte Helene vor 800 Fans im Münchener Kesselhaus gespielt. Da war die Welt noch rosarot, schließlich bricht ihr neues Album einmal mehr alle Rekorde. Die 105-minütige Aufzeichnung des Promokonzerts für die Branche (Label- und Tourverantwortliche, Handelspartner, Vertrieb, Presse etc.), für das es auch ein begrenztes Ticketkontingent für Fans gab, wird die ARD in dieser Woche (am 8. Juni 2017) unter dem Titel „Helene Fischer – Ihre neuen Songs“ austrahlen. Verantwortlicher Redaktionsleiter ist der ARD Unterhaltungskoordinator und NDR ESC Chef Thomas Schreiber.

Thomas Schreiber, Leitung Fiktion und Unterhaltung beim NDR, auf dem Red Carpet in Kiew.


Nachdem Helene bereits 2014 die deutschen Punkte verlesen durfte und bei der diesjährigen Pre- und After-Show vor und nach dem Grande Finale gleich mehrere Songs performt hat, ist es naheliegend, Herrn Schreiber zu fragen, wie denn die Aussichten sind, dass die Königin Deutschland irgendwann einmal beim ESC vertritt? Denn genau darüber wurde live während und nach der After-Show heftig diskutiert, nachdem Levinas „Perfect Life“ die traurige Serie der deutschen ESC Flops leider um ein weiteres Jahr verlängert hatte.

Hier seine Antworten:

PRINZ Blog: „Helene Fischer – ihre neuen Songs“ ist bekanntlich nicht die erste Show dieser Art. Auch zum „Farbenspiel“ Release gab es ein solches Format. Wie beurteilen Sie die musikalische Weiterentwicklung von Helene Fischer seitdem?

In meinen Augen ist es das persönlichste und emotionalste Konzert von Helene Fischer, das ich bislang gesehen habe – in einer alten Industriehalle mit einer Konzertbühne, mit einer bestens aufgelegten Band in einer Atmosphäre, dass das Kondenswasser von der 20 Meter hohen Decke tropfte – als Metapher gemeint: mehr Rockpalast als Schlagerfestival.

PRINZ Blog: Können Sie sich vorstellen, dass Helene Fischer Deutschland beim ESC vertritt?

Ich bin mir nicht sicher, ob das sinnvoll wäre. Sie dürfen aber auf jeden Fall gespannt sein auf unser Konzept zum Vorentscheid.

PRINZ Blog: Haben Sie mit Frau Fischer und Ihrem Management über ein solches ESC Engagement in der jüngeren Vergangenheit gesprochen?

Ja, das habe ich. Und nein, sie ist nicht dabei.


Im Norden also nix Neues, die Präsenz von Helene Fischer beim Hamburger Schlagermove dürfte auch fortan deutlich intensiver ausfallen als die beim ESC.

Immerhin erfahren wir bei dieser Gelegenheit, dass der NDR auch im kommenden jahr einen ESC Vorentscheid ausrichten wird und bereits an einem Konzept arbeitet und dass es sich lohnt, darauf „gespannt“ zu sein.


Für den Autor dieser Zeilen ist es ein wenig bedauerlich, dass die Anlässe, auf dem PRINZ ESC Blog über Helene Fischer zu schreiben, nach diesem Express-Interview mit Thomas Schreiber nicht zwingend größer geworden sind. (Es sei denn, man drückt Monz wieder mal ihr Album in die Hand oder so.) Aber weniger ist eben manchmal mehr und wie sagte meine Mama so oft: „Alles ist für ‚was gut.“


P.S.: Mehr über JÜBLOF gibt es in diesem Reader von Co-Blogger Matthias, erschienen beim Atlantik Verlag in HH. Und wer in dieser Woche für das Helene Kesselhaus Konzert in der ARD keine Zeit hat: der NDR wiederholt die Show am 24. Juni 2017.

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