Türchen #11 im Eurovision Songkalender: Die blonden Engel von der Tiefgarage

In den hohen Norden geht es nun bei uns zum 3. Advent. Während sich bei uns noch die Herbststürme austoben und der Glühwein bei 11°C noch etwas fad schmeckt, versprüht das heutige Türchen ein bißchen heimeliges Weihnachtsfeeling. Wenngleich man sich bei den Außenaufnahmen etwas mehr Mühe hätte geben können.  

Kuunkuiskaajat (dt. Die Mondflüsterinnen), die beiden blonden Engel, die Finnland 2010 in Oslo vertraten und dort nur ganz knapp das Finale verpaßten, waren einer Einladung ins Fernsehstudio von YLE gefolgt. Interessanterweise stammt die Aufnahme noch aus der Zeit, bevor sie als ESC-Teilnehmer feststanden und es gerade auf die Starterliste zur finnischen Vorentscheidung in Tampere geschafft hatten, nämlich aus dem Dezember 2009.

Eingeladen hatte man sie ins Frühstücksfernsehen „aamu-tv“, das werktags täglich drei Stunden sendet (und samstags je eine Stunde) und eine bunte Mischung aus Nachrichten, Interviews, aber auch Kochrezepten und Show bietet – also in etwa so eine Kreuzung aus „Morgenmagazin“ und „Volle Kanne“. Susan Aho und Johanna Virtanen trugen eine finnische Version von „Winter Wonderland“ namens „Talven ihmemaa“ vor (was treffenderweise auch „Winter Wunderland“ bedeutet). Das weihnachtliche Gefühl hatte man nun in zwei Richtungen zu unterstützen versucht: einmal war das Ganze schön durch den Weichzeichner gejagt worden (oder ist das am Ende nur die schlechte Videoqualität?), zum anderen hatte man tolle Außenaufnahmen von schneebedeckten…. ähm , nein nicht Bergen und Tälern, sondern Hochhäusern und Tiefgarageneinfahrten eingebaut. Sprich: mal schnell eben die Kamera bei YLE aus dem Fenster gehalten und über die Hartwall Areena (ESC 2007) hinweg auf die Häuser gegenüber geschwenkt. Hmmmm.

Irgendwie hätte man sich da – selbst bei so einer kurzen Showeinlage im Frühstücksfernsehen – ein bißchen mehr Mühe geben können, denn grade Finnland hätte ja nun wirklich ein paar romantischere und schönere Winterlandschaften zu bieten als Parkdeck Nr. 4. Und die beiden Damen können natürlich aus so einem Song showmäßig auch nicht gar soviel rausholen, wie aus ihrem ESC-Beitrag.

Das Original von „Winter Wonderland“ stammt von 1934 und wurde von Felix Bernard (Komponist) und Richard B. Smith (Texter) in Pennsylvania geschrieben. Es ist (logischerweise) eigentlich ein Winterlied, wird aber gemeinhin häufig in Zusammenhang mit Weihnachten gebracht und daher bei entsprechenden Veranstaltungen im Advent gespielt sowie auf Christmas Compilations verwendet. Es wurde bislang von über 150 Künstlern in verschiedenen Sprachen aufgenommen.