Türchen #13 im Eurovision Songkalender: Lichterfest mit einer Erleuchteten

Am 13. Dezember findet das Lichterfest Santa Lucia in Italien statt – der Tag der heiligen Lucia, an dem die Armen beschenkt werden. Dazu wird ein „Torrone de poveri“ gebacken, ein süßer Brei aus Erbsen und Zucker und Kinder finden am Morgen Süßigkeiten in ihren Schuhen oder auf der Fensterbank. Und für ESC-Fans gibt es dazu heute mal nichts Süßes, sondern etwas Andächtiges von einer italienischen Grand-Prix-Diva.       

Über Anna Oxa muss man als italianophiler Eurovisions- und Sanremo-Fan eigentlich kaum noch „parole“ verlieren. Die zweifache Sanremo-Siegerin (1989, 1999) und ESC-Teilnehmerin von 1989 („Avrei voluto“) gehört zu den charismatischsten und eigenwilligsten Künstlerinnen der italienischen Musikszene (Hier ein musikalisches Porträt zu ihrem 50. Geburtstag in diesem Jahr).

Anna Oxa heißt bürgerlich eigentlich Iliriana Hoxha und ist die Tochter einer italienischen Mutter und eines albanischen Flüchtlings aus Kruja – manche Quellen sprechen davon, ihr Vater sei ein Bruder des kommunistischen Diktators Enver Hoxha (1908-1985) gewesen. Im Jahr 2001, kurz bevor sie nach zwei Dekaden voller Wasserstoffperoxyd wieder zu ihrer dunklen Naturhaarfarbe zurückkehrte, besuchte sie Albanien, das Land ihrer Abstammung. Damals war Anna Oxa passenderweise gerade mit dem kosovo-albanischen (und reichlich undurchsichtigen) millionenschweren Unternehmer und Politiker Behgjet Pacolli verheiratet.

Ave Maria di Gounod„, das Lied, das Anna Oxa in der Live-Übertragung aus Tirana so inbrünstig anstimmte, ist streng genommen nicht wirklich ein Weihnachtslied, sondern eines der bekanntesten Stücke der klassischen Musik. Es wurde im Jahr 1852 vom französischen Komponisten Charles Gounod auf Basis des Präludiums Nr. 1 in C-Dur von Johann Sebastian Bach komponiert und 1859 mit dem Text des lateinischen Gebets Ave Maria unterlegt. Heute gäbe es dafür wohl sofort eine Plagiatsklage…

Unzählige Versionen dieses Werkes für praktisch jede denkbare Instrumentenkombination sind seitdem entstanden. Nicht nur klassisch ausgebildete Sänger, sondern gerade auch Popstars schmücken sich gern mit diesem sakralen Titel. So finden sich bei Youtube beispielsweise angenehm klingende Versionen von Helene Fischer, Nana Mouskouri, Raphael, Lara Fabian und vielen anderen. Wir finden auch die Version von La Oxa ziemlich gelungen:

Anna Oxa – Ave Maria di Gounod