Türchen #14 im Eurovision Songkalender: Wo bleibt das Verständnis, Christkind?

Mal singt die Österreicherin von einer Welt, „wo jeder den anderen versteht“, mal wünscht sie sich, „dass jeder den anderen versteht“. Weihnachten ist eben die Zeit, wo „das Eis im Herzen tauen“ kann… Achtung: „Ausgelutschte Lyrik“-Alarm in der Weihnachtsscheune!

Was haben viele Weihnachtslieder mit vielen Eurovisions-Beiträgen gemein? Nun, offenbar erlaubt man sich nur zu diesen Ereignissen gern mal eine besonders kitschige Lyrik. Da wird von (einem bisschen) Frieden geträumt, darauf gehofft, frei zu leben, und sich gewünscht, dass sich alle Menschen an den Händen fassen und… tja… dann wohl die längste Menschenkette aller Zeiten bilden. Oder so. Wir sind alle Brüder und Schwestern, wir haben uns alle lieb.

Die Realität sieht leider anders aus, und darum werden Friedenslieder immer wieder Saison haben. Ich bevorzuge dabei zwar solche Werke wie „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader mit etwas tiefsinnigerem Text, aber warum soll es auch nicht Schlager geben, die daran erinnern, dass das Wichtigste ist, in Frieden leben zu können?

Darüber sang Petra Frey schon 1994 bei ihrer Song-Contest-Teilnahme für Österreich: „Für den Frieden der Welt, für die Hoffnung nach Licht, für die Wahrheit, die keiner mehr sieht, für die Menschen, die frier’n und die keiner mehr hört, dafür singe ich euch dieses Lied.“

Auch wenn die Innsbruckerin in Dublin nicht gut abschnitt, blieb sie ihrem Schlagerstil treu, wandte sich allerdings von den großen Weltproblemen ab und der Lyrik des persönlichen Glücks zu: „Wenn nicht du, wer denn dann“, „Weil du so zärtlich zu mir bist“ und „Von dir krieg‘ ich niemals genug“ hießen Petra-Frey-Singles in den Jahren nach Dublin.

Wieder näher an ihrem ESC-Lied dran ist die Nummer, die Petra Frey Ende 2006 im langsamen Dreivierteltakt aufnahm – wie „Für den Frieden der Welt“ eine Komposition von Alfons Weindorf, mit dem Text von Bernd Meinunger. „Ich wünsch mir vom Christkind ein Wunder, dass jeder den ander’n versteht“. Zum Vergleich: In „Für den Frieden der Welt“ singt Petra Frey, sie höre tief in sich ein Lied, das ihr von einer Welt erzähle, „wo jeder den anderen versteht“.

Damit trat Petra Frey denn auch im deutschen Fernsehen auf, in der weihnachtlich geschmückten „Musikantenscheune“: