Unser Lied für Lissabon: Das sind die sechs Teilnehmer

Endlich ist die Katze aus dem Sack: Nach wilden Spekulationen rund um die Weihnachtsfeiertage hat der NDR heute offiziell die Kandidatenliste für die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon bekannt gegeben. Das hier sind die sechs Acts, die sich am 22. Februar in Berlin in der Sendung „Unser Lied für Lissabon“ dem Publikum, dem Eurovision-Panel und der internationalen Jury stellen.

IVY QUAINOO

Ivy Quainoo (Aufmacherfoto) ist Berlinerin mit ghanaischen Wurzeln und gewann im Jahr 2012 die erste Staffel von The Voice of Germany. Ihre erste Single „Do You Like What You See“ kletterte bis auf Platz 2 der deutschen Charts, ihr Album „Ivy“ erreichte Platz 5. An diesen Erfolg konnte sie aber mit ihrem zweiten Album und der großartigen Single „Wildfires (Light It Up)“ leider nicht anknüpfen. Ivy Quainoo zog 2015 nach New York und studiert dort Schauspiel. Ende 2017 veröffentlichte sie mit „Supercharged“, „X-Ray“, „My Own Terms“, „Running Red Lights“ und dem Justin Timberlake-Cover „Mirrors“ mehrere einzelne Singles und ging auf kurze Deutschland-Tour. Ivy Quainoo haben wir 2013 bereits in der Serie „Unser Star für den ESC 2014“ vorgestellt und außerdem über sie berichtet, weil sie ursprünglich „Black Smoke“ von Ann Sophie singen sollte.

 Ivy Quainoo – Wildfires

 

MICHAEL SCHULTE

Michael Schulte nahm wie Ivy Quainoo ebenfalls an der ersten Staffel von The Voice of Germany teil und landete dort 2012 auf dem dritten Platz. Vorher hatte er sich bereits durch seine Coverversionen auf YouTube eine gewisse Bekanntheit erarbeitet. Neben mehreren EPs und Zusammenstellungen mit akustischen Covers hat Michael Schulte bislang drei Studioalben sowie das (sehr empfehlenswerte) Weihnachtsalbum „My Christmas Classics“ veröffentlicht. Im April 2017 erschien das Album „Hold the Rhythm“ und im Herbst desselben Jahres war Michael Schulte auf ausgedehnter Deutschland-Tour.

 Michael Schulte – The Maze

 

NATIA TODUA

Natia kann man wohl mit Fug und Recht als echte Newcomerin bezeichnen. Die 21-jährige Georgierin gewann erst vor zwei Wochen die siebte Staffel von The Voice of Germany. Zuvor war sie als Au-Pair von Georgien nach Deutschland gekommen, wo sie nun in Bruchsal lebt. Neben Natias markanter Stimme lässt sich bislang wenig über sie und ihren Stil sagen, da sie bislang weder Single noch Album veröffentlicht hat.

 Natia Todua – I Put A Spell On You

 

RYK

„Unser“ Ryk, möchte ich fast schon sagen, denn hier auf dem Blog dürfte der Name jedem bekannt sein, während er „im wahren Leben“ noch ganz am Anfang seiner Musikkarriere steht. Leser BB hatte Ryk, der bürgerlich Rick Jurthe heißt, bereits im Oktober in unserer Reihe „Auf nach Lissabon!“ vorgestellt und zwischenzeitlich haben wir ihn sogar zu unserem Fan-Favoriten im san-marinesischen Vorentscheid gewählt, für den er sich ebenfalls beworben hatte bzw. vorgeschlagen wurde. Ryk war von 2014 bis 2017 Teil des Duos FOXOS, dass die beiden EPs „Fables“ und „Polar“ veröffentlichte. Er ist außerdem verantwortlich für den Soundtrack zum „Feuerwerk der Turmkunst“. Sein Debütalbum ist fertig, wurde aber bislang nicht veröffentlicht.

 Ryk – You And I

 

VOXXCLUB

VoXXclub wurde im Jahr 2012 gegründet und bestand zunächst aus sechs Mitglieder, die hauptsächlich (ehemalige) Musicaldarsteller waren. Mittlerweile sind die Jungs nur noch zu fünft: Florian, Christian, Korbinian, Stefan und Michael. Auch der Stil ihrer Musik hat sich etwas gewandelt: Während sie früher fast ausschließlich A-Capella-Musik aufführten, ist das nun nicht mehr der Fall. Laut Wikipedia handelt es sich bei der Musik von voXXclub um „Neue Volksmusik“ und diesen Stil haben wir schon 2013 für den ESC vorgeschlagen. Die Jungs haben bislang drei Alben veröffentlicht, das vierte Album „Donnawedda“ folgt am heutigen Freitag.

 voXXclub – Donnawedda

 

XAVIER DARCY

Xavier Darcy veröffentlichte seine beiden EPs „Extended Play“ und „Extended Play II“ im Jahr 2015. Zuvor war er bereits als Support für die ehemalige ESC-Vorentscheidungsteilnehmerin MarieMarie auf Deutschland-Tour. Xavier (Xavier wird übrigens französisch ausgesprochen) ist Halb-Brite, Halb-Franzose und lebt in München. Seine Musik ist eine eingängige Mischung aus Pop, Rock, Indie und Singer-Songwriter und lebt neben den hymnischen Melodien auch von Xaviers markanter, rauer Stimme. Dieses Jahr schließlich veröffentlichte Xavier Darcy sein Debütalbum „Darcy“ und wurde einem breiteren Publikum unter anderen durch seinen Auftritt bei „Inas Nacht“ bekannt.

 Xavier Darcy – Big City Dreams

 

Soweit für heute ein erster Überblick über die Kandidaten von „Unser Lied für Lissabon“. Weitere Informationen über die Künstler, die Show an sich und später natürlich auch über die Songs folgen in den kommenden Tagen und Wochen an dieser Stelle. Stay tuned!

P.S. um 16:00 Uhr am Veröffentlichungstag (ergänzt von Peter): Christoph Pellander (oben links beim ESC Workshop neben PRINZ Blogger BennyBenny), neuer HoD Germany, hat inzwischen zur den ersten Fan-Redaktionen auf Eurovision.de Stellung genommen:

Liebe ESC-Fans, schön, dass das Ergebnis bei so vielen Menschen Zustimmung findet. Auch auf anderen Plattformen wird die Besetzung wie hier lebhaft diskutiert, die Grundstimmung ist aber überall positiv. Ich respektiere die Haltung derer, die skeptisch sind und erst einmal abwarten wollen, welche Songs am 22. Februar präsentiert werden. Natürlich ist der Song am Ende der „Wahre“, mit dem wir in Lissabon antreten und auch wir sehnen uns nach dem Lied, das zunächst Deutschland und dann Europa fesselt. Genau deswegen haben wir den Grundstein gelegt, „kantige“, unverwechselbare Künstler zu finden. Für die gilt es nun, passende und authentische Lieder auszusuchen. Natürlich nicht nur in drei Tagen, um einmal mit einem Missverständnis aufzuräumen. Die Schreiber und Komponisten sitzen bereits an ihren Ideen für die Teilnehmer. Sie kannten die Kandidaten für den Workshop in Köln und auch die musikalischen Ergebnisse des Trainingslagers. Was aber genauso wichtig ist: Die Kandidaten bringen Ideen mit, teilweise nutzen sie die Tage bis zum Workshop, um Harmonien und Textbausteine zu finden. Und sie freuen sich auf das Camp! Alles ist im Fluss, um das das mehrfach zitierte „Fließband“ eben zu vermeiden. Alle Genres sind erlaubt, auch Rock! Aber auch Pop, der von Hause aus nicht schlecht sein muss! Und ein letzter Satz zu Natia: Sie war eine der 4000, eine der 211, eine der 20 und ist nun eine der 6! Es gab keine Wildcard und keine Sonderbehandlung.