Unser Lied für Lissabon: Die sechs Lieder fürs Finale stehen fest

Es geht voran. Am 20. Februar 2018 (und NICHT wie ursprünglich angekündigt am 16. Februar) werden die sechs Titel, von denen einer Deutschlands ESC-Beitrag 2018 in Lissabon werden soll, veröffentlicht – also bei Probenbeginn zwei Tage vor dem deutschen Finale am 22. Februar 2018. Aber bereits heute hat der NDR die Songtitel und die Songwriter der Beiträge von „Unser Lied für Lissabon“ veröffentlicht. Und siehe da – das Song Writing Camp war nachhaltig.

„Die Musik-Bandbreite reicht vom Popsong über die Klavierballade bis zur `Neuen Volksmusik´.“ kündigt der NDR die Songauswahl für „Unser Lied für Lissabon“ an. Zwei Songs sind (in anderer Fassung) bereits veröffentlicht, drei weitere stammen aus dem eigens für das deutsche Finale durchgeführten Song Writing Camp (hier stehen die Songwriter, die dabei waren, und hier geht es zu unserem Behind The Scenes Bericht).

Also dann, Trommelwirbel, here we go!

Xavier Darcy: „Jonah“
Musik und Text: Xavier Darcy, Loren Nine Geerts, Axel Ehnström, Thomas Stengaard

Das ist der erste Song, der es aus dem Song Writing Camp auf die Bühne beim deutschen Vorentscheid geschafft hat. ESC erfahrene Songwriter gehören zum Komponistenteam. Thomas Stengaard aus Dänemark hat sogar am Siegertitel „Only Teardrops“ von Emmelie de Forest mitgewirkt. Und Axel Ehnström (Foto) hat als Paradise Oskar den ESC 2011 in Düsseldorf für Finnland eröffnet.

„Nehmt doch mal bitte eine ESC Pose ein.“ So entstand dieses Rücken-an-Rücken-Foto – posingtechnisch irgendwo zwischen Bucks Fizz und Bardo – im Song Writing Camp in Berlin.

11 making off paradise oscar

So sah Axel Ehnström als Paradise Oskar bei PRINZ ESC Blog Fotoshooting im Düssendorfer Medienhafen aus.

Ivy Quainoo: „House On Fire“
Musik und Text: Jörgen Elofsson und Ali Tamposi

Ganz große Namen sind (auch) bei Ivy Quainoo am Start. Jörgen Elofsson hat das Album „A“ von Agnetha Fältskog komponiert und produziert. 2017 hatte er als Co-Autor von Brendan Murrays irischem Beitrag „Dying to try“ (Dank an flo für den Hinweis) kein großes ESC-Glück, der Song konnte sich nicht für das Finale qualifizieren.

Ali Tamposi hat am Song „Anywhere“ von Rita Ora mitgeschrieben, der aktuell überall hoch und runter läuft. Ali Tamposi hat auch „For You“ von Ex OD Eye Candy Blockbuster Liam Payne und von Rita Ora aus dem aktuellen Fifty Shades of Grey-Soundtrack mitgeschrieben, das aktuell auf Platz 1 der iTunes-Charts ist.

Ryk: „You and I”
Musik und Text: Rick Jurthe

Das ist der erste Titel, der bereits veröffentlicht ist. Im ESC Workshop und auch danach war von Anfang an spürbar, dass Ryk diesen Song für das deutsche Finale favorisiert. Und er hat daran festgehalten. Unterschiedlichen Posts von Ryk und auch persönlichen Äußerungen kann man aber entnehmen, dass in Berlin beim deutschen Finale eine andere Version zu hören sein wird als, die die wir kennen.

Dafür spricht auch, dass die veröffentlichte Version derzeit bei youtube nicht mehr verfügbar ist.

In Ermangelung von „You and I“ gibt es Ryk orchestral: „Don´t you worry“

Bereits im Oktober letzten Jahres hat Gastblogger BB Ryk für eine ESC Teilnahme 2018 empfohlen. Seine aktuellen ULfL Überlegungen bringt Ryk auch im Interview mit BennyBenny zum Ausdruck.

Originalton Ryk, der bei Instagram und facebook erläutert, warum er sich für „You and I“ entschieden hat und wie die Überarbeitung aussehen wird.

Michael Schulte: „You Let Me Walk Alone”
Musik und Text: Michael Schulte, Thomas Stengaard, Nisse Ingwersen, Nina Müller

DK Rulez! „Only Teardrops“ Co-Komponist Thomas Stengaard hat auch beim zweiten ULfL-Titel aus dem Song Writing Camp mitgewirkt.  Im Autorenteam ist auch Nisse Ingwersen, Sohn des Hamburger Musikverlegers Lars Ingwersen, der im Song Writing Camp im Auftrag des NDR die Supervision und Leitung übernommen hatte.

Michael Schulte hat von Anfang an klar artikuliert, dass er mit einem Song ins Rennen gehen wird, der deutlich seine Handschrift trägt – und hat dies auch sympathisch souverän vertreten, auch im Interview mit dem PRINZ Blog. Wir versprechen uns eine Menge von dem Titel (Bauchgefühl), der aus der ULfL Inner Circle Entourage viel Vorschusslorbeeren bekommt.

PRINZ Blogger Jan im Interview mit Michael Schulte in Hamburgs neuem Hot Spot Izakaya im Nikolaiviertel

Michael Schulte will die Fans bei seinem Auftritt visuell einbinden: „Es ist auf jeden Fall ein sehr persönlicher und deshalb auch ganz besonderer Song.“ Genau so besonders möchte er auch seinen Live-Auftritt auf der Bühne gestalten und bitte deshalb via Eurovision.de mittels der Aktion „meanddad“ um „Bilder von Euch und Euren Vätern, ganzgleich ob alte oder ganz neue – gerne auch beides – oder aber auch einfach nur Bilder von euren Vätern: besondere Momentaufnahmen oder besonders bedeutungsvolle, ausdrucksstarke Bilder.“

Natia Todua: „My Own Way“
Musik und Text: Loren Nine Geerts, Ricardo Bettiol, Martin Gallop, Jaro Omar

Wiewohl Natia aufgrund ihrer „The Voice“ Verpflichtungen kaum Zeit hatte, am Song Writing Camp teilzunehmen (was erklärt, warum sie im Songwriterteam nicht namentlich aufgeführt ist), hat auch sie sich für einen Titel vom dreitätigen Kreativ-Workshop entschieden. HoD Germany Christoph Pellander hatte dafür Sorge getragen, dass sie trotz des knappen Zeitbudgets die Gelegenheit hatte, allen Songwritern gemeinsam von sich zu erzählen und ihre Vorstellungen zu artikulieren – das Ergebnis ist „My Own Way“.

Mehr über die beteiligten Songwriter findet Ihr hier. Neben Thomas Stengaard aus Dänemark ist Dancefloor-Spezialistin Loren Nine Geerts aus den Niederlanden der zweite Komponistenname, der bei ULfL zweimal auftaucht.

Ricardo „Richy“ Bettiol aus Basel (der in Berlin lebt) beim Song Writing Camp im Gespräch mit Vocal Coach Jeff Cascaro.

voXXclub: „I mog Di so“
Musik: Merty Bert, Mike Busse, Philipp Klemz, Lennard Oestmann
Text: Joe Walter, Philipp Klemz, Martin Simma, Merty Bert, Mike Busse

Schuster, bleib‘ bei Deinen Leisten. voXXclub haben sich am Ende für einen Song aus der Feder des Teams entschieden, welches auch für die Mehrzahl der Eigenproduktionen ihres aktuellen erfolgreichen „Donnawedda“ Albums verantwortlich zeichnet.

Ganz konkret handelt es sich exakt um das Team, welches unseren Favoriten „Spitzenmadl“, den wir auch für das deutsche Finale empfohlen hatten, erschaffen hat. Wir haben voXXclub Manager Martin Simma gefragt, ob wir mit dieser Ahnung richtig liegen, ob also „I mog Di so“ eine Adaption von „Spitzenmadl ist? Hier seine Antwort:

Wir haben für den ESC im Songcamp geschrieben, selbst mit Songwritern danach weiter geschrieben und haben unsere Writing-Kollegen der letzten CD angefragt um den optimalen Song für „voXXclub beim ESC“. Daraus entstanden viele sehr gute Songs und viele verrückte, tolle Ideen. Der ein oder andere Song davon wird sicher auf unserer nächsten CD sein. Und, da wir unsere CD ja erst kürzlich veröffentlicht haben, haben wir auch diese Songs nochmals unter die Lupe genommen für den ESC. Daraus ist die Idee entstanden einen aktuellen, noch nicht promoteten Song aus der CD noch einmal zu bearbeiten. Ihn mit dem ein oder anderen Volksmusikelement neu zu schöpfen, ihm für eine energiegeladene Liveperformance mit neuer Instrumentierung noch mehr Kraft zu geben, für ihn neue Songparts zu kreieren und ihn textlich an aktuelle Entwicklungen anzupassen. Wir hoffen, das ist uns mit „I mog di so“ gelungen. Die Zeile geht im Song weiter und heißt „I mog di so wie Du bist“ und, wie die Zeile schon sagt, geht es darum, die Menschen zu akzeptieren, wie sie sind, egal woher sie kommen oder welchen Lebensentwurf sie leben. Wir in unserem Land haben das Glück, diese Freiheit zu haben und leben zu dürfen. Darum wird in dem Song auch für diejenigen getanzt, die nicht in dieser Freiheit tanzen können. 

Stefan, Bini und Flo von voXXclub mit Michael Schulte im Song Writing Team.

Folge 2 der voXXclub-youtube-Reihe „voXXclub beim ESC Vorentscheid“ (Folge 1 gibt es hier)

Damit kennen wir die Songtitel und die Kreativen, die die Songs geschaffen haben. Zu hören gibt es sie allerdings erst in exakt einer Woche am 20. Februar 2018. An diesem Tag gibt es zum Probenstart um 12:00 Uhr Mittags (ULfL High Noon) eine Pressekonferenz aus dem Studio Adlershof in Köpenick mit allen Künstlern. Auch Thomas Schreiber und Peter Urban werden anwesend sein, moderiert wird die PK von Linda Zervakis. Die PRINZ Blogger sind vor Ort und werden kontinuierlich berichten.

Interviews mit allen sechs ULfL-Acts findet ihr hier. Wenn ihr live bei „Unser Lied für Lissabon“ im Studio dabei sein wollt, erfahrt ihr hier, wie ihr an Tickets kommt. Außerdem gibt es rund um die deutsche Vorentscheidung ein attraktives Rahmenprogramm mit vielen Fanevents.

P.S.: Dankeschön an BennyBenny für die Unterstützung bei der Express-Recherche für diesen Breaking-News-Beitrag.