Unser Song für Österreich verliert im Vorjahresvergleich 19% der Zuschauer

USFÖ Hannover Ann Sophie Final Performance

Nach dem Abend des Eklats kam der Morgen mit den Quoten – und für diese kam die Aufregung um den Rückzieher von Andreas Kümmert zu spät. Im Gesamtpublikum und auch bei den jungen Zuschauern verlor Unser Song für Österreich im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Lediglich 3,2 Mio. Zuschauer verfolgten im Durchschnitt die Sendung aus Hannover.

Die Zeiten, in denen der deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mal fast 10 Mio. Zuschauer hatte, liegen lange zurück. 2001 war es, ebenfalls in Hannover, in der gleichen Arena wie gestern Abend. Dank Skandalisierung, fragwürdigen Acts wie Zlatko und Rudolph Moshammer sowie mit Schützenhilfe der Bild-Zeitung schalteten damals 9,08 Mio. Deutsche ein. Von solchen Zahlen träumt man heute beim NDR sicher noch, von der damaligen Künsterzusammensetzung wird aber bewusst Abstand genommen.

So kam es, dass sich am gestrigen Donnerstagabend lediglich 3,2 Mio. Deutsche vor ihren Fernsehern versammelten, um das musikalische Geschehen in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu verfolgen. Damit schauten in etwa genauso viele zu wie beim letzten Vorentscheid aus Hannover im Jahr 2013 als Cascada gewann. Auch dieser Vorentscheid erlebte mit dem vermeintlichen übergroßen Einfluss der Jury einen kleinen Skandal.

Der Marktanteil lag gestern Abend im Gesamtpublikum bei 10,3%, d. h. etwa jeder zehnte Fernsehzuschauer entschied sich für den Vorentscheid. In Anbetracht des Aufwands für die Sendung ist der Wert sicher nicht zufriedenstellend. Insgesamt waren 750.000 weniger Zuschauer dabei als 2014.

Auch bei den „jungen“ Zuschauern, also denen zwischen 14 und 49 Jahren, lief es schlechter als im Vorjahr. In dieser Zielgruppe sank die Zuschaueranzahl um 10% bzw. 250.000 Personen auf 1,25 Mio. Damit wurde noch ein Marktanteil von 11,0% erreicht. Das ist für die ARD, die bei den Jungen sonst deutlich weniger als 10% Marktanteil einfährt, zwar ein gutes Ergebnis. Für den Vorentscheid selbst dürfte dieser Wert jedoch unter den Erwartungen liegen.

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Proportional zur rückläufigen Quote sind auch die Televoting-Anrufe und SMS gegenüber Vorjahr zurückgegangen. In den im Vergleich zum Vorjahr verkürzten Votingphasen gab es insgesamt 1,54 Millionen Anrufe und SMS.