Unser Song für Österreich Wildcard – Bloggerblick (Woche 16)

The Heron Theme

818 Clips stehen aktuell auf der USFÖ-Plattform, und am Freitag nächster Woche ist dann auch Schluss mit dem Hochladen. Eine sehr bunte Mischung mit großem Qualitätsspektrum wird geboten, und wir haben uns tapfer in den letzten 16 Wochen durchgeklickt und Euch Highlights, Besonderheiten und allerlei Schräges rausgefischt. Folgende Videos fielen uns in der laufenden Kalenderwoche auf.

Genau genommen müssen um die 850 hochgeladen worden sein – das erschließt sich, wenn man sich die Links akribisch ansieht, unter denen die Clips online stehen (offenbar hat es die ein oder andere Löschung ursprünglich hochgeladener Songs gegeben, was den Kandidaten laut Teilnahmebedingungen jederzeit möglich ist).

Interessant ist festzustellen, dass die acht aktuellen „Empfehlungen der Redaktion“ auf der USFÖ-Startseite bis auf eine Ausnahme allesamt im ersten Viertel auftauchen (Upload also irgendwann September/Oktober). Hat die Redaktion sich bisher noch nicht durchwühlen können (oder wollen?) oder ist das Niveau seitdem immer schlechter geworden? Wir hatten hier eher den Eindruck, dass die Qualität angestiegen ist und doch einige sehr schöne Clips in letzter Zeit dazukamen. Merkwürdig…

 

HIGHLIGHT

Da mittlerweile eine ganze Menge guter Songs auf dem Portal zu finden sind, ist es schwierig, sich für genau ein Highlight zu entscheiden. Da ist die mit Songs über den BVB bekannt gewordene Jo Marie Dominiak (die auf „Story“ wie Amy MacDonald klingt), oder RALFi, der mit „The Man Who Won the Lottery for the Moon“ auch ein schöner Radio-Klassiker aus den frühen 70ern sein könnte, oder auch Q.Age feat. Serge, die mich irgendwie an australische Bands wie Empire of the Sun oder Midnight Oil erinnern.

Am Ende blieb ich aber doch bei The Heron Theme aus Freiburg hängen. Ein Quartett, 2010 gegründet von Musikstudenten um die Mitte Zwanzig, die seit zwei Jahren auch häufig auf Tour sind (hier geht es zur Website der Band). Sie klingen ganz und gar nicht mehr wie blutige Anfänger, sondern eher wie die ganz Großen des Alternative Rock. Umso ulkiger, dass das Mädel im Video plötzlich unvermittelt in einer mir bestens bekannten Gegend im Freiburger Westen der Straßenbahn nachrennt….

The Heron Theme – Those Days

 

HALLO!

Dieses Lied ist wohl in der vorliegenden Fassung nicht wirklich reif, auf dem Clubkonzert gespielt zu werden. Und doch hat die Idee zu dem Song – Text und Melodie – durchaus Potential. Ich male mir aus: Großer Auftritt beim ESC – leise startend mit simpler Keyboardbegleitung, dann eine klassische Steigerung und zum Refrain hin Einsatz eines großen Orchesters. Vielleicht sollte sich Iven Schmahl (auch bei facebook) in der Ukraine oder in Moldawien bewerben. Die haben aus den ungeschliffensten aller Rohdiamanten schon wahre Prachtjuwele gezaubert und damit das ESC-Finale gerockt. Und das Wichtigste für einen echten ESC-Erfolg hat das Ding ja schon: einen waschechten Key Change.

Iven Schmahl – Walk Behind You

 

HÄH?

Einen Key Change hat das nun folgende Oeuvre auch – was es aber noch nicht unbedingt für den ESC qualifiziert. Obwohl – Ballermannschlager würden das Clubkonzert vielleicht etwas aufmischen? Der Song von Powerziach aus der bayrischen Provinz (mit Website!) bricht eine Lanze für das starke Geschlecht, das angeblich nicht immer so stark ist (und das ausgerechnet in Bayern?). Für Verständnis zu werben („Denn auch Männer sind mal schwach, denn auch Männer liegen manchmal wenn es dunkel wird lang wach“) ist ja zuweilen durchaus legitim, aber für so manche musikalische Grausamkeit bringt man nur schwerlich welches auf. Obwohl ich mir sicher wäre, dass eine Menge ausländischer Fans das Ding gerne mal im Euroclub hören würden. Übrigens: Es soll noch ein „richtiges“ Video gedreht werden (hört, hört), aber leider ist die Bewerbungsfrist für Statisten bereits abgelaufen….

Powerziach – Denn auch Männer dürfen weinen

 

Zum Schluss noch unsere Bonus-Tracks anlässlich des schlechten Wetters: Gleich zwei Songs mit dem Titel „Sonne“ sind aufgetaucht, das textlich eher heitere von Marlene Schnabel-Marquardt als auch das Epos einer gewissen Noah, welches einen innerhalb von knapp drei Minuten an den Rand einer Depression treibt. Da wundert es nicht, dass die Sonne nicht mehr rauskommen mag. Brrrrr…..

Nun hat es die letzten Wochen neben viel Unsinn also doch noch einiges ganz Anständiges gegeben im USFÖ-Portal. Wollen wir mal sehen, was die letzten acht Tage noch bringen.

 

Hier unsere bisherigen Vorschläge in „Unser Star für Österreich Wildcard – der Bloggerblick“:

Bloggerblick (Woche 1): Ann Sophie, Gottlieb Wendehals, Ilonka Petruschka
Bloggerblick (Woche 2): Romy Politzki, Shedo, Escandalos
Bloggerblick (Woche 3): KiiBeats, Madeleine Murschel, Andrim
Bloggerblick (Woche 4): Nico Raecke, Tobis Wohnzimmershow, Ottischo (feat. Schneeflögge)
Bloggerblick (Woche 5): Blue Metal Rose feat. Darren Crisp, Tomas Tulpe feat. Sandy Beach, Karin Alleine Band
Bloggerblick (Woche 6): Delphine Maillard, Lindt Bennett, Blue Bastard
Bloggerblick (Woche 7): The Helmut Bergers, Trong, Mario
Bloggerblick (Woche 8): Johannes Gereons, Robert Gläser, Thorsten Gesing-Volkery
Bloggerblick (Woche 9): Tumbleweed Country Union, Dominik & Erik Heikaus, Gerrit Alberding feat. Anja Meiert
Bloggerblick (Woche 10): The Facts, Peter Brokat, Tina und Jens
Bloggerblick (Woche 11): Sarah Göthling, Spielraum, Sparrohs, Frerich Westermann
Bloggerblick (Woche 12): White Floor, Katja Petri, ALEX!
Bloggerblick (Woche 13): Danga, If Not Now, When?, Peter Panduranga
Bloggerblick (Woche 14): Christine Winkelmann, Me & Steff, Silke Hauck, Lisa Bund
Bloggerblick (Woche 15): Durch&Durch, Blupapermusic feat. Nina Michelle, Sensi Simon and His Brother

 

Hier geht es übrigens zum Bewerbungsformular für “Unser Song für Österreich”,
hier kann man sich Tickets für das Wildcard-Konzert am 19. Februar 2015 in der Großen Freiheit 36 in Hamburg sichern und
hier geht es zum Kartenverkauf für den Vorentscheid am 5. März 2015 in der TUI Arena in Hannover.