Unsere 3CD-Compilation des Jahres: GRAND PRIX CLUBHITS


Kraftvoll und mutig geht die EMI in dieser Woche mit einem neuen innovativen ESC-Compilation-Konzept an den Markt und veröffentlicht eine 3CD-Collection, die sich ausdrücklich auf ESC Dancefloor-Hits konzentriert, gruppiert in die drei Kategorien „Finalhits“, „Remixed Versions“ und „Vorentscheidungshits“. Und es sind zahlreiche Perlen und einige Raritäten dabei…

Die Dancefloor-Ausrichtung des Samplers bedeutet konzeptimmanent, dass sich der Mix überwiegend auf das letzten ESC-Jahrzehnt konzentriert, ältester Song (von einem grauenhaften WATERLOO Cover der Olsen Brothers einmal abgesehen) ist FRÄMLING von der Göttin, das hier als muntere und aufgepeppte Remix-Version sehr frisch klingt. Herausragend auf CD1 – den Originalversionen – sind GLOW von Madcon (der heimliche Sieger aus Oslo) und die Rockabilly-Version von SATELLITE. Beide fehlen üblicherweise auf klassischen ESC Compilationen. Dazu gibt es die grössten Tanzhits aus dem Euroclub in Düsseldorf (Molly Mollys Ex Eric, Jedward und – logo – Kati Wolf) sowie (zu Recht!) gleich zwei Hymen von Charlotte, einmal als Nielsson, einmal als Perrelli. LET´S GET HAPPY hingegen hätte gerne fehlen dürfen. (Wenn schon Siegel-Trash, dann Mekado.)

Zusammengestellt haben den EMI Sampler die beiden bekannten deutschen ESC-DJs und PRINZ-Blogger DJ Ohrmeister und DJ Douze Points, die im Booklet auch ausführlich vorgestellt werden (s.o.). Und die haben sich speziell auf CD2 – den Remix Versionen – prima ausgetobt. Häufig birgt ein Remix das Risiko in sich, den Originalsong eher zu verhunzen als zu veredeln, das ist bei der Auswahl auf GRAND PRIX CLUBHITS jedoch mit ein, zwei Ausnahmen (LOVE SHINE A LIGHT scheppert uncool) absolut nicht der Fall. Im Gegenteil: Grandios ist der „Deepfrost“ Groove auf Maria Hauskaas Storengs HOLD ON BE STRONG, mitreissend ist es, wie EVERYTHING von Anna Vissi zum Uptempo-Floorfiller wird und OH AAH JUST A LITTLE BIT wirkt als Remix längst nicht so überstrapaziert wie es das Original inzwischen nach 17tausend Mal Hören ist.

DJ Ohrmeister hat die Novität hinter den Kulissen von Eurovision In Concert am letzten Wochenende in Amsterdam vorgestellt (siehe Photo oben), was uns zur CD3 der Compilation bringt, den Vorentscheidungshits. Hier ist der potentielle Fundus geradezu unermeßlich, aber Konstantin wusste auch zu berichten, dass diverse VE-Wunschhits der DJs speziell aus Ost- und Südeuropa einfach nicht zu kriegen waren. Teilweise war die Rechtefrage ungeklärt, zuweilen fehlten sogar die Mastertracks und manchmal gab es trotz intensiver Recherche nicht einmal eine Antwort.

Trotz dieser Restriktionen ist das Ergebnis fantastisch und macht die CD3 zu der liebsten des Autors dieser Zeilen, auch weil es sowas bislang nie gegeben hat. Wenn es um Clubhits geht, ist nachvollziehbarerweise der Schwedenschlager gleich mehrfach vertreten, CARA MIA ist dabei (hätte als PJ Harmony @ Nite Remix auch auf CD2 gepasst), Jenny Silvers magischer ABBA-Style-Burner SOMETHING IN YOUR EYES, die brilliante Wiederentdeckung VI LEVER HÄR VI LEVER NU und der beste Song des gesamten ESC Jahrgangs 2011 (qualifiziert oder nicht), Sanna Nielsens I´M IN LOVE, den Sanna auf dem folgenden Foto auf dem Schlagerpride 2011 in Stockholm vorträgt.

Sanna Nielsen, Schlagerpride 2011

Zu den weiteren Highlights auf CD3 gehören LA REVOLUCION SEXUAL von Casa Azul (ein Ohrwurm, der Spanien – hätten sie ihn geschickt – die beste Platzierung seit Anabel Conde eingebracht hätte), HUNGRIGES HERZ von MIA (ja, die waren mal beim deutschen VE) und OVERFLOW von Ditte Marie aus dem diesjährigen dänischen Melodi Grand Prix. Apropos MGP, wir vermissen ein wenig 25 HOURS A DAY.

Neben Jedward (mit LIPSTICK auf CD1) ist ein weiterer Act aus dem diesjährigen Baku LineUp dabei – die Trackshittaz mit (Hurra!) OIDA TAUNZ!, womit sie 2011 beim österreichischen VE „Düsseldorf – wir kommen“ knapp zweite hinter Nadine Beiler wurden. Wir haben Lukas und Manu in Amsterdam getroffen (Photos) und dürfen verkünden, dass dieser Blog das zweite Jahr in Folge (auch) für den Song aus Österreich trommeln wird. Deshalb gibt es hier als Zugabe noch die Jungs gemeinsam mit der sympathischen Filipa Sousa.

Fazit: GRAND PRIX CLUBHITS (GPCH) ist mit eindrucksvollen 66 Titeln gleichermaßen gut geeignet für Sammler, „Hardcore-Fans“ (Axel B.) aber auch für Einsteiger, die erfahren/hören wollen, dass der Grand Prix mehr ist als WATERLOO, DSCHINGHIS KHAN und Stefan Raabs Stable. GPCH ist ein Must Have der neuen Saison und wer eine der beiden „Paten“ der Compilation live erleben will, der sollte am 28. April 2012 die EUROVISION DANCE NITE nicht verpassen, auf der DJ Douze Points für alle ESC Fans auflegen wird und den Sampler sicher auch gerne signiert.