USFÖ-Chef Thomas Schreiber im PrinzBlog-Interview: „Es gibt noch Überraschungen“

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Unser Song für Österreich, das deutsche Finale für den Eurovision Song Contest in Wien nimmt Gestalt an. ARD Koordinator Unterhaltung Thomas Schreiber nimmt exklusiv im PrinzBlog Stellung Stellung zu Konzept und der Künstlerauswahl – auch des Wildcard Konzerts. Und zu einer möglichen ESC-Nominierung von Helene Fischer.

PrinzESCBlog: Gratulation zum LineUp des Vorentscheids 2015, das generisch zugehörige Fan-Gezeter fällt bislang erstaunlich moderat aus. Wie beurteilen Sie selbst den Jahrgang 2015 im Vergleich zu den Vorjahren?

Thomas Schreiber: Die musikalische Qualität ist gut, wir haben eine große Bandbreite. Ich hoffe und erwarte, dass – wenn wir alle Künstler einmal live auf der Bühne sehen – es ein paar schöne Überraschungen gibt.

PrinzESCBlog: Die Jury hat auf Basis von Songtiteln entschieden. Wieso werden diese dann nicht parallel zum LineUp veröffentlicht oder zumindest namentlich benannt?

Schreiber: Wir haben ja teilweise nur verschiedene Layout-Versionen gehört, manche Titel mussten nach unserer internen finalen Entscheidung am 16. Dezember noch fertig produziert werden. Zum Anderen finde ich es gar nicht schlecht, wenn die Titel nacheinander ans Radio gehen – so bekommt jeder Künstler mehr Raum, als wenn er einer unter sieben ist. Und abschließend: vielleicht möchte ich die Freiheit haben, in Einzelfällen mit Künstler und Label noch einmal über die finale Songauswahl zu sprechen.

Prinz ESCBlog: Aber würde eine zeitgleiche Bekanntgabe nicht nur für mehr Chancengleichheit sorgen, sondern auch dem Wettbewerb gut tun?

Schreiber: Die Chancengleichheit besteht ganz sicher: entschieden wird auf dem Platz und das heißt, entscheidend ist der Fernsehauftritt, denn schließlich nehmen die Mehrheit der Zuschauer Song und Künstler im ESC-Umfeld bei der Show zum ersten Mal wahr. Sie entscheiden aufgrund ihrer subjektiven Wahrnehmung.

Elaiza_nach_dem_Finale_Thomas_Schreiber_NDRRückblick: Direkt nach dem Finale und Rang 18 trat Thomas Schreiber mit Elaiza in Kopenhagen vor die deutsche Presse

PrinzESCBlog: Unbekannter Nachwuchsact schlägt Blue Chips wie Unheilig, Santiano, Oceana & Co. Hat das letztjährige Ergebnis Absagen von etablierten Acts in 2015 zur Folge gehabt?

Schreiber: Ich glaube nicht.

PrinzESCBlog: Im letzten Jahr gab es eine klare grundsätzliche Absage an (ehemalige) Castingshow-Prominenz. Nun stehen mit Andreas Kümmert und Mrs Greenbird gleich zwei Castingshowsieger im LineUp. Warum?

Schreiber: Wir haben auf der Grundlage von Songs und Stimmen sowie mit Blick auf die musikalische Bandbreite entschieden.

PrinzESCBlog: Können wir mit weiteren Künstlern, die wir aus Castingshows kennen, im Clubkonzert rechnen?

Schreiber: Eher nicht. Ich freue mich im übrigen schon sehr auf das Clubkonzert in der Großen Freiheit. Die musikalische Qualität wird, glaube ich, noch stärker als 2014 sein.

PrinzESCBlog: Fünf der sieben Acts in USFÖ sind von Universal – Zufall? Gab es bei Warner und Sony nur jeweils einen geeigneten Act? Und hatten die Independents nicht auch ein Vorschlagsrecht? Gab es da nichts?

Schreiber: Ich wünschte mir, von Sony und Warner hätte es noch mehr Vorschläge gegeben. Ich habe bei den Chefs der Labels intensiv für den ESC geworben. Zu den Independents: es gab Vorschläge, die keine Mehrheit gefunden haben.

PrinzESCBlog: Haben Sie und Ihr Team oder die Labels gezielt einen oder mehrere Interpreten angesprochen, die man gerne beim Vorentscheid dabei hätte?

Schreiber: Es sind eine große Anzahl von Interpreten angesprochen worden. Aber natürlich muessen sie auch neues Material haben, die Auftritte sollten nicht in der Zeit liegen, wenn geschrieben oder produziert wird, et cetera.

Helene Fischer ist atemlos und atemberaubend

PrinzESCBlog: DER SPIEGEL schreibt zu Helene Fischer: „Für die ARD umwirbt Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber die Künstlerin. Immer wieder fragt er an, ob sie nicht beim Eurovision Song Contest antreten wolle.“ Ist dem so? Würde sie bei einer Zusage direkt nominiert wie es andere europäische Länder tun, wenn einer ihrer Superstars antritt?

Schreiber: Sie müssen nicht immer glauben, was DER SPIEGEL und manche seiner Autoren schreiben, in diesem Falle sogar schreiben, obwohl Ihnen meine Antwort auf eine entsprechende Frage vorlag. Exklusiv für Sie die Information, dass Uwe Kanthak, Manager von Helene Fischer, mich einmal angesprochen hat und ich umgekehrt ihn ein einziges Mal angesprochen habe. Aber um das Thema zu vertiefen, müsste ja ein Album beziehungsweise neues Material existieren. Da das nicht der Fall ist, kann und möchte ich auch nicht spekulieren, was wir dann machen würden.

PrinzESCBlog: Bleibt 2015 beim dreistufigen Votingverfahren EXAKT alles so wie in 2014? Falls dem nicht so sein sollte, wie sehen die Änderungen aus?

Schreiber: Es bleibt exakt bei dem Verfahren wie 2014.

Wildcard 2014 Elaiza mit Thomas Schreiber und Iris Bents

So war es 2014: Thomas Schreiber mit NDR-Pressesprecherin Iris Bents und den Siegerinnen von Elaiza beim Pressetermin des Wildcard-Konzerts in Hamburg.