USFÖ-Songcheck (12): „Mother Earth“ von Fahrenhaidt

Fahrenhaidt 1

Wenn es nach den Lesern des PRINZ-Blog gehen würde, bräuchten Fahrenhaidt in Hannover gar keinen zweiten Song im Angebot, weil der erste bereits so gut ist, dass er – zumindest, wenn man nach unserer Umfrage im Song-Check zu „Frozen Silence“ geht – am Donnerstag einen Durchmarsch machen müsste. Dennoch gibt es natürlich ein Lied Nummer zwei. Und das könnte das Trio Fahrenhaidt & Amanda Pedersen noch in enge Bedrängnis bringen.

Ich kann mich nicht erinnern, dass bei unseren Umfragen zu einzelnen Songs – national oder international – eine Zustimmungsquote von fast 90% erreicht wurde. Kann man das überhaupt noch toppen? Vermutlich nicht, aber deswegen wollen wir trotzdem noch einen Blick auf den zweiten Wettbewerbssong der deutsch-dänischen Kombo werfen.

Wie Erik und Andreas im Interview mit dem PRINZ-Blog erzählten, haben sie sich für „Mother Earth“ entschieden, weil dieser Song noch einmal eine andere Facette zeige und auch mehr „Uptempo“ sei als „Frozen Silence“. Richtig ist aber auch, dass dies der zweite Song auf dem Album „The Book of Nature“ ist, den Amanda Pedersen als Gastsängerin performt. Vermutlich wäre es ohnehin zu schwierig gewesen, mit einer zweiten Sängerin nach Hannover zu reisen. Eventuell wäre das auch wettbewerbstechnisch problematisch gewesen, da die Sängerin des Songs nicht nur akustisch, sondern vermutlich auch optisch im Mittelpunkt des Auftritts stehen wird.

Aber – das kann man bereits vorwegnehmen – die Songauswahl ist vollkommen logisch, denn „Mother Earth“ ist der zweite starke Song auf dem Album. Und mit Emmelie de Forest ins Rennen zu gehen, stand ohnehin nie zur Diskussion.

Der VE-Song

Wenig überraschend, spielen auch bei „Mother Earth“ Naturklänge eine wesentliche Rolle. Da gibt es Rauschen, Vogelgezwitscher und und und…eben Klänge, wie sie in der unberührten Natur vorkommen. Thematisch begeben sich Fahrenhaidt bei diesem Song zurück in die griechische Mythologie. Es geht um Gaia, die personifizierte Erde, auch „Mutter Erde“ genannt.

Fahrenhaidt 2

Der Song ist deutlich dynamischer als das doch sehr fließende „Frozen Silence“. Er beginnt ruhig, dann gibt es eine Hinleitung auf den Refrain und der ist dann doch sehr rhythmusdominiert. Uptempo, wie Erik und Andreas ihn in unserem Interview bezeichnet haben, ist der Song sicher nicht ganz. Jedenfalls nicht so, wie man diesen Begriff im ESC-Umfeld definiert. Aber es stimmt schon: Verglichen mit allen anderen Songs des Albums ist das hier schon der Song mit der meisten Energie. Und trotzdem bringt er einen nicht aus der Ruhe, sondern strahlt entspannte Natürlichkeit aus.

Von „Mother Earth“ gibt es leider kein YT-Video, aber HIER kann man sich den Song in voller Länge anhören. Ganze 90 Sekunden müssen noch einkassiert werden. Aber auch hier wird man sicher ausschließlich die zahlreichen instrumentalen Passagen „anknabbern“.

Die Chancen auf den VE-Sieg

Vermutlich sind die Chancen nicht so groß wie mit „Frozen Silence“, aber sie sind durchaus vorhanden.

Ich sehe jedoch ein ganz anderes Problem. Fahrenhaidt und Amanda haben zwei wirklich starke Songs im Gepäck. Wenn sie – was ich doch hoffen will – die zweite Runde in Hannover erreichen, könnte das zum Problem werden. Denn möglicherweise teilen sich die Stimmen der Anrufer dann auf beide Songs gleichmäßiger auf als bei den Acts, die einen stärkeren und einen schwächeren Titel im Angebot haben. Und das könnte sie dann am Ende in Runde zwei scheitern lassen.

Andererseits spricht die Musik für sich und sollte deutlich genug Zuschauer animieren, anzurufen. Man darf sich eben nicht auf die Schwächen der Gegner verlassen, man muss seine eigenen Stärken ausspielen. Alter und ausgelutschter Spruch – stimmt aber!

Internetpräsenz

Fahrenhaidt sind auf Facebook und youtube zu finden. Eine Homepage gibt´s natürlich auch!

Amanda hat ihre eigene Facebook-Seite.

Das PRINZ-Blog-Rating

Optik:  Bis ich die Performances gesehen habe, bleibe ich bei 3/5 Sternen.
Stimme: Passt auch hier sehr gut, auch wenn das Englisch bisweilen schwer verständlich klingt – 4/5 Sterne
Komposition: Gut strukturiert, ich brauchte allerdings drei Hördurchgänge, bis es bei mir vollständig gesessen hat –  4/5 Sterne
Instant Appeal: Auf jeden Fall vorhanden, hat aber nicht die einschmeichelnde und umhüllende Wirkung des anderen Wettbewerbssongs… 4/5 Sterne

Chancen in Wien auf Top 10?

Ähnlich wie bei „Frozen Silence“ ist das natürlich auch mit „Mother Earth“ durchaus denkbar. Ethnisch anmutende Musik funktioniert meistens ganz gut beim ESC. Wir haben hier zwar nicht diesen ausgeprägten Klangteppich, den ich persönlich deutlich interessanter finde und auch melodisch für spannender halte. „Mother Earth“ ist da durchaus etwas konventioneller und weniger überraschend für das Publikum.

Fahrenhaidt Amanda Pedersen 2

Und eins hat der ESC in den vergangenen Jahren doch immer wieder gezeigt. In den meisten Fällen platzieren sich Songs an der Spitze, die ein besonderes Momentum erwischen und sich durch irgendetwas deutlich vom Rest des Startfeldes abheben. Und da traue ich „Frozen Silence“ mehr zu als „Mother Earth“.

Aber vollkommen ausgeschlossen wäre eine TOP-Platzierung damit nicht. Da fallen mir durchaus diverse andere Vorentscheidungssongs ein, bei denen ich das viel deutlicher bejahren würde…

 

[poll id=“290″]

 

PRINZ-Blog-Gewinnspiel

Weiter geht es mit der Möglichkeit, ein Exemplar des Fahrenhaidt-Albums „The Book of Nature“ zu gewinnen. Heute haben wir sogar vier CD’s im Angebot. Deshalb stellen wir auch keine richtige Gewinnfrage mehr. Es kommt vielmehr auf Recherche und Schnelligkeit an. Die ersten vier Leser, die einen deutschen ESC-Act nennen, der zum Teil aus Deutschen und zum Teil aus Künstlern anderer Nationalität(en) zusammengesetzt war (Deutsche und Russen, Deutsche und Polen, Deutsche und Portugiesen usw.),bekommen das Album von uns zugesendet. Solisten kommen also nicht in Frage. Bitte unterschiedliche Acts nennen – es gab einige!

 

Und wer darüber hinaus Lust bekommen hat, Fahrenhaidt noch live in der TUI Arena in Hannover zu erleben, der kann hier ein Ticket für das deutsche Finale “Unser Song für Österreich“ erwerben.

Bisher im USFÖ-Songcheck erschienen:

(1) “Hörst du die Trommeln” von Faun
(2) “Das Gold von morgen” von Alexa Feser
(3) “A Song for You” von Noize Generation
(4) “Zeig Deine Muskeln” von Laing
(5) “Abschied” von Faun
(6) “Home is in my Hands” von Andreas Kümmert
(7) “Glück” von Alexa Feser
(8) “Jump the Gun” von Ann Sophie
(9) „Wechselt die Beleuchtung“ von Laing
(10) „Frozen Silence“ von Fahrenhaidt
(11) „Shine Shine Shine“ von Mrs Greenbird