USFÖ-Songcheck (4): „Zeig deine Muskeln“ von Laing

Laing

Laing waren DIE Überflieger beim Bundesvision Song Contest 2012. Aus dem Stand erreichten sie mit „Morgens immer müde“ Platz 2 und ließen eine Top-10-Single und ein Top-10-Album folgen. Können Sie diesen Erfolg mit „Zeig deine Muskeln“ bei Unser Song für Österreich oder gar in Wien wiederholen? Wir machen den Songcheck.

Die Band Laing gibt es bereits seit dem Jahr 2007. Doch erst 2011 erschien die EP „030 / 577 07 886“ – von der Öffentlichkeit noch weitgehend unbeachtet. Darauf folgte dann 2012 die schon erwähnte Teilnahme am Bundesvision Song Contest, die Laing über Nacht bekannt macht. Anfang 2013 erschien dann das erste Album „Paradies Naiv“, der Nachfolger „Wechselt die Beleuchtung“ folgte im Spätjahr 2014.

Laing besteht aus vier Frauen, wobei die Besetzung seit 2007 schon ein paar Mal gewechselt hat. Die aktuellen Mitglieder sind Nicola Rost, Larissa Pesch, Johanna Marshall und Marisa Akeny. Letztere ist im Vergleich zu den anderen dreien nicht etwa für weitere gesangliche Unterstützung, sondern für die Choreographien und auf der Bühne für den charakteristischen Ausdruckstanz zuständig.

Das bekannteste Gesicht von Laing ist aber ohne Zweifel Nicola Rost. Sie ist Frontfrau, Songwriterin und Produzentin in einem und spricht in der Regel auch für die Band. Deshalb haben wir mit ihr auch schon ein Interview geführt, in dem es unter anderem um die Entwicklung von Laing, die Gründe für ihre Teilnahme am Vorentscheid, ihre Pläne für Hannover, Heintje und Vogelgezwitscher ging. Das Interview gibt es hier zum Nachlesen.

Laing

 

Der VE-Song

„Zeig deine Muskeln“ ist ein typischer Laing-Song. Ganz unvermittelt und straight forward geht es direkt ohne Intro mit der ersten Strophe los. Nicola singt im Stakkato über einen treibenden Elektrobeat. Im Refrain entlädt sich die aufgestaute Spannung dann im relativ hohen und mehrstimmigen Gesang der Ladies. Die zweite Strophe und der zweite Refrain folgen diesem Muster nochmal.

Anders wird es dann erst wieder in der Bridge. Diese ist zunächst getragener als der Rest des Songs, bevor es dann im zweiten Teil wieder aktiver wird. Hier kommt auch der für Laing so typische lautmalerische Text zum Einsatz. Die Mädels singen einfach nur immer wieder „Pump, pump, pump, pump…“ und ahmen so die Fitnessübungen nach. Dann wird der Refrain noch zweimal wiederholt und schon endet der Song relativ abrupt.

Textlich ist der Song eine ironische Auseinandersetzung mit dem Fitness(studio)wahn und dem übertriebenen Zur-Schau-Stellen der trainierten Körperpartien. Besonders interessant im Hinblick auf einen internationalen Wettbewerb ist die Tatsache, dass im Refrain die lateinischen Bezeichnungen bestimmter Muskeln aneinander gereiht werden und der Song so sicherlich auch einem breiteren Publikum verständlicher wird.

Verständlicher werden Laing-Songs aber auch immer durch die passende Performance. Dazu eignet sich „Zeig deine Muskeln“ ganz besonders, weil eben eine Fitnesstudio-Situation dargestellt wird und das entsprechend in der Performance nachgestellt werden kann. Bei ihren Liveshows verwenden dafür während ihrer Liveshows Handtücher und Marisa posiert in bester Bodybuilder-Manier. Nicola hat uns im Interview aber verraten, dass sie sich für Hannover noch etwas ganz besonderes einfallen lassen.

 

Die Chancen auf den VE-Sieg

Gut bis sehr gut. Laing zählten von Anfang an zu den Favoriten, nicht zuletzt – auch auf die Gefahr mich zu wiederholen – weil ihr Erfolg beim Bundesvision Song Contest gezeigt hat, dass diese auf dem Papier vielleicht sperrige und sehr elektronische, kühle Musik durchaus massenkompatibel ist. Unterstützt wird das Ganze dann noch durch die pointierten Texte und die passende, ausdrucksstarke Bühnenshow.

Ich sehe Laing relativ sicher in der zweiten Runde. Mittlerweile hat sich mit Fahrenhaidt aber ein zweiter Favorit herauskristallisiert, so dass ich für den Gesamtsieg nicht meine Hand ins Feuer legen würde.

Internet-Präsenz

Laing sind auf Facebook und YouTube zu finden. Eine Homepage haben sie nur über ihre Plattenfirma.

Laing

Das PRINZ-Blog-Rating

Optik: Laing können Show und die Mädels sehen toll aus – 5/5 Sternen
Stimme: Der mehrstimmige Gesang hat ab und zu seine Tücken – 3/5 Sternen
Komposition: Nicht unbedingt ihr bester Song, aber geht ins Ohr und ist intenational verständlich – 3,5/5
Instant Appeal: Der Bundesvision Song Contest hat’s bewiesen – 5/5

Chancen in Wien auf Top 10?

Diese Frage ist bei Laing wohl mehr denn ja eine Frage danach, ob eigentlich die Show wichtiger ist als der Song. Andererseits: Im Rückblick auf das vergangene ESC-Jahr haben wir uns beschwert, dass die deutschen Acts (und/oder der NDR) der Vorbereitung ihrer Bühnenshow zu wenig Beachtung schenken. Das könnte uns mit Laing zumindest nicht passieren.

Gut, aber das war gar nicht Frage. Ob der Song auf Anhieb musikalisch funktioniert und im Ohr bleibt, werden wir wohl nach der Vorentscheidung besser beurteilen können. Ich meine aber, dass durch die lateinische Aufzählung diverse Muskelpartien im Refrain durchaus eine gewisse Internationalität gegeben ist. Die zugehörige Performance erklärt den Rest des Songs.

Außerdem sollte man nicht unterschätzen, dass Laing einfach anders sind, zumindest anders als alle bislang ausgewählten Teilnehmer für Wien, und anders kann beim ESC immer den Unterschied machen – nach oben oder nach unten.

 

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Und wer jetzt Lust bekommen hat, Laing live in der TUI Arena in Hannover zu erleben, der kann hier ein Ticket für das deutsche Finale “Unser Song für Österreich” erwerben.

Bisher sind im USFÖ-Songcheck erschienen:

(1) „Hörst du die Trommeln“ von Faun
(2) „Das Gold von morgen“ von Alexa Feser
(3) „A Song for You“ von Noize Generation