Verbot! Keine armenische Musik im EuroClub!

Ich schreibe dies, während ich noch an den Turntables des EuroClubs stehe – das WLAN macht’s auch in Baku möglich. Und ich bin ziemlich genervt: Vorhin habe ich den armenischen Beitrag „Apricot Stone“ in einer Remix-Version gespielt. Die Reaktion kam prompt. Verbot jeglicher armenischer Musik im EuroClub!

Da war das Ende des weltgrößten Fahnenmastes erreicht: Beim Abspielen von armenischer Musik hört der Spaß auf. Eigentlich war Armenien, das mit Aserbaidschan weiterhin im ungeklärten Kriegszustand liegt, zum Eurovision Song Contest eingeladen – und hatte sämtliche Sicherheitsgarantien erhalten. Dennoch hatte Armenien abgesagt – und damit eine saftige Strafe kassiert.

Heute Abend zeigte sich im EuroClub, wie weit es mit der aserbaidschanischen Weltoffenheit tatsächlich steht: Sie endet an der westlichen Grenze.

Nachdem ich – offenbar als erster DJ im EuroClub überhaupt – einen armenischen Titel gespielt hatte (konkret die Remix Version von „Apricot Stone“ im Anschluss an eine Transenrunde mit Conchita Wurst und der dänischen DQ) passierte erstmal nichts.

Aber ca. eine halbe Stunde später war der Chef des Clubs da – und der untersagte mir ausdrücklich das Abspielen von armenischer Musik: „Dann bekommen wir ein richtiges Problem.“

Er beharrte darauf, dass wir DJs darüber vorab informiert worden seien, was so nicht der Fall war. Das wurde umso schneller nachgeholt. Über DJ Ohrmeister ging die Order vom Hausherren an alle DJs, die noch im EuroClub auflegen werden: Armenische Musik ist tabu.

Die schöne aserbaidschanische Fassade zeigt ihre ersten Risse…

PS: Absurdes Ende eines eigentlich lustigen DJ-Sets. Pünktlich um 3 Uhr machte es bums – und sämtliche Energie am DJ-Pult verschwand, genauso wie die Bearbeitung der Medialeinwände. Dafür wird nach wie vor Alkohol verkauft. Verrückte Welt…