Vienna Calling: Nach dem ESC ist vor dem ESC

Blogger WG 2014 Tick Tock

Es waren zwei großartige Wochen in Kopenhagen! Zeit für ein allererstes Innehalten mit ersten Reflexionen – und vor allem für ein großes Dankeschön!

Das Aufmacherbild ist ein Schnappschuss aus unserer Blogger-WG in Kopenhagen (unsere über airbnb gefundene Vermieterin hieß übrigens „Nielsen“). Es zeigt einen dänischen Designklassiker, die Louis Poulsen „PH Snowball“-Deckenlampe, die über dem großen Arbeitstisch in der angemieteten Wohnung hängt, an dem wir zu jeder Tages- und Nachtzeit gesessen, gegessen, getrunken, diskutiert und selbstverständlich gebloggt haben, wenn wir nicht im Pressezentrum waren. (Wer Interesse an der dem Designklassiker von Poul Henningsen hat, es gibt die Lampe noch im Handel – allerdings ohne unsere Tick Tock Individualisierung.)

Das Bild symbolisiert also gleichermaßen (dänisches Design in) Kopenhagen aber auch das gemeinsame Engagement im Bloggerteam vor Ort. Erneut war es für uns ein ESC der Rekorde. Noch nie hatten sich so viele Blogger entschlossen, zumindest eine Zeitlang vor Ort dabei zu sein, noch nie haben wir so umfangreich in Text (und Bild!!!) berichtet und noch nie haben so viele Leserinnen und Leser verfolgt, was wir so tun – die Zugriffszahlen haben sich gegenüber Vorjahr wieder fast vervierfacht.

Damit hätten wir nie gerechnet, ganz vielen Dank an alle PRINZ Blog Leser, Ihr seid unsere Inspiration und Motivation und unser Sounding Board. Der PRINZ Blog hat sich in 2014 auch zu einem maßgeblichen Diskussionsforum im deutschsprachigen Internet entwickelt. Danke, Ihr seid Grand Prix!

An dieser Stelle, liebe PRINZ Blog Leser, auch Danke für Eure Geduld, wenn wir am Finalabend (Grand Final) kurzzeitig schwerer zu erreichen waren. Unsere Server konnten den Ansturm kaum bewältigen, pro Minute (!) wollten zuweilen mehr Leser neu (!) auf den Blog, als am ganzen Abend in der B&W Halle insgesamt versammelt waren, da hatten die Server zeitweilig Schwierigkeiten, alle angefragten Seiten in akzeptabler Wartezeit „auszuliefern“.

Diese Erläuterung verknüpfe ich mit einem zweiten Dankeschön – an unser Technikteam von intosite in Hamburg, die uns rund um die Uhr unterstützt haben bei allen potenziellen und tatsächlichen technischen Hürden. Ihr wart jederzeit für uns ansprechbar – Danke an Heidi, Julian, Matthias und vor allem Wolfgang, der in dieser Saison so manche (halbe) Nacht zum Tag gemacht hat.

Österreich Conchita Wurst 2014 Probe2
Was bleibt zum ESC selbst zu sagen? Sehr viel, und das passt kaum alles in dieses Dankeschön. In den nächsten Tagen werden sicher immer wieder einige Blogger zurückblicken und einzelne Aspekte beleuchten (so wie das Armen gestern schon getan hat: „Elaiza einfach erstklassig“), daher von mir an dieser Stelle nur einige Schlaglichter vorab:

1. Der Triumpf der Toleranz: Conchita dominiert heute die Schlagzeilen wie es das lange noch mehr gab (und das ohne Übertreibung weltweit). Der ESC ist überall, der Tenor lautet sehr übereinstimmend „The Wiener Takes It All“ und verweist auf die Signalwirkung, den der Conchita Erfolg für die Akzeptanz der (Gay) Community in Europa und der ganzen Welt hat. Darüber wird überall so viel geschrieben, es sei stellvertretend auf die Zusammenfassung beim ORF verwiesen.

2. Auf der offiziellen ORF Seite wird auch das (zweite) große Thema hierzulande angesprochen, das „Wahlverhalten“ der deutschen Jury. Wörtlich heißt es dort: „Nichts wurde es indes mit von der „sicheren Zwölferbank“ Deutschland erwarteten Höchstpunktezahl. Der Grund: Während die deutschen Zuschauer Wurst auf Platz eins wählten, sah die fünfköpfige Expertenjury – darunter der Berliner Rapper Sido – sie nur auf Rang elf, weswegen sich Wurst auch mit sieben Punkten aus Deutschland begnügen musste.“

Conchita und Sido haben bekanntlich eine gemeinsame konfliktäre Vergangenheit bei der ORF-Show „Die große Chance“. Wir wollten Sido in Kopenhagen dazu befragen, aber der Interviewtermin wurde kurzfristig gecancelt. Wir bleiben aber für Euch dran. Vielleicht hat Sido hat nach dem ESC mehr Lust, persönlich zu dem Thema gehört zu werden und sein Juryvoting authentisch zu erläutern. Grundsätzlich ist zu sagen: Eine Jury sollte in ihren Entscheidungen (unter Beachtung des EBU-Briefings) frei sein. Ihr abzuverlangen, das Televoting-Ergebnis zu imitieren, macht das ganze Institut „Jury“ absurd.

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3. Man kann auch mit einem 18. Platz gewinnen:
Ein 18. Platz (oder eine andere Platzierung unter ferner liefen) wird üblicherweise mit einer Niederlage assoziiert. Das war noch nie so (vgl. Texas Lightning) und das ist bei Elaiza ebenfalls NICHT der Fall. Die Mädels haben mit Spaß und Würde einen guten Auftritt hingelegt, der eine sympathische Visitenkarte für Deutschland ist und war.

4. Es lohnt sich, Risiken einzugehen: Die Prognosen für Deutschland waren nach der zweiten Probe ernüchternd bis erschütternd. Mit großem Engagement, Vehemenz und mit Risikofreude haben die Band selbst und die deutsche Delegation unter Federführung vom NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber und HoD Torsten Amarell kurzfristig das DR-Konzept umgeschmissen und über Nacht Look und Feel des Auftritts für die erste Generalprobe verändert – vom der LED-Wand über die Lichtregie bis zur Kameraführung. Everything! Volles Risiko! Und es hat sich gelohnt, der Auftritt war schon bei der ersten Generalprobe dramatisch besser – und der beste Elaiza-Auftritt der ganzen Woche war der beim Finale.

_62Q4057Sanna Dekoration
5. Kopenhagen ist eine fantastische Stadt – und eine kulinarische Hochburg,
die in Europa in der Champions League spielt (Beispiel hier). Ok, da gibt es jetzt keinen unmittelbaren ESC-Bezug, aber zu meinen persönlichen spontanen Schlaglichtern gehört dieser Satz einfach dazu.

6. Ich freue mich über den Erfolg der Niederlande. Total und aus ganz vielen Gründen.

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7. Die Fans sind Eurovision, Eurovision sind die Fans.
(Ok, das ist jetzt nicht das beste Deutsch, aber sympathische Textfehler haben bei Sanna auch – fast – niemanden gestört.) Eine ESC-TV-Show ohne den fantastischen brodelnden Hexenkessel vor der Bühne – kaum noch vorstellbar! Und was für den Makrokosmos gilt, gilt erst Recht für den Mikrokosmos. Die gemeinsame Leidenschaft für den ESC, die Freundschaft der Fans untereinstander über alle Grenzen hinweg, das (augenzwinkernde) Zelebrieren der ESC-Rituale (hier perfekt von WM zugespitzt) – das alles zusammen ist das Herzstück des ESC. The Fans Rule Eurovision. Yesterday, Today, Forever.

Die Fans sind Eurovision, und das seid gerade auch Ihr, die PRINZ Blog Leserinnen und Leser. Deshalb an dieser Stelle ein weiteres Mal ein kräftiges Dankeschön für Eure Treue und das viele positive Feedback, das wir von Euch bekommen, aber auch die kritischeren Tipps, die wir von Euch bekommen. Stay tuned, denn anders als (fast) alle anderen featuren wir den ESC 24/7 das ganze Jahr hindurch, es lohnt sich also, immer wieder mal vorbeizukommen.

Und ganz persönlich und individuell möchte ich diese Schlagerlichter auch nutzen, um auch meinen Co-Bloggern, dem PRINZ Blog Team, herzlich zu danken – für die gleichermaßen leidenschaftliche wie professionelle wie über alle Maßen engagierte Mitarbeit am Blog. Ein Dream Team! DANKE an Armen, BennyBenny, Janni, Konsti,  Douze Points, Malte, Marc, WM und Tjabe, an unsere Fotografen Frank und Volli und selbstverständlich an unseren „Dompteur“ OLi, der unsere Aktivitäten brilliant und mit höchstem diplomatischen Geschick koordiniert, damit hier auf der Seite nie (so gut wie) das Chaos ausbricht. Danke für Euren Eurovisionsspirit, Jungs, aber vor allem dafür, dass wir als Mannschaft jetzt schon im sechsten Jahr erfolgreich zusammenspielen. Hugs Guys!

ESC 2014 Kopenhagen Official Bloggerpic in Kødbyens FiskebarDie Prinz Blogger (fast vollzählig) in Kødbyens Fiskebar in Kopenhagen. Nicht im Bild: BennyBenny und Douze Points (waren zeitgleich in der Jury-Pre-Show vom Semi 1) sowie Malte und WM (zurück in HH).

_62Q6345Conchita Wurst Portrait nach Sieger PK Semi 2 CPH 2014Österreich Conchita Wurst 2014 Probe2Schweden Sanna Nielsen 2014 Probe 2Deutsche Party 2014 im Euroclub Sanna mit MarcRed Carpet Kopenhagen 2014 Elaiza_62Q5040IMG_9094IMG_9091ESC 2014 Bloggertrio 20140506 003ESC 2014 Deutsche Jury Präsentation DJ Ohrmeister mit Tim BendzkoDeutsche Party 2014 im Euroclub Sanna meets Armen und JanniIMG_4840_62Q5908_62Q5943IMG_4871Jan WM DJ Ohrmeister OLiver  TivoliEuroclub 2014 Super Size Saturday Softengine (Lead Vocals und Drums) mit FanVolli in den B&W Hallerne_62Q7284_62Q1467Mazedonien Tijana Dapcevic 2014 Meet And Greet Prinz Blogger Pressezentrum Prinz Blogger KopenhagenPRINZ Blogger DK Essen 2014 Tischdeko Bloggertisch CPH mit Elaiza