Vorentscheide 2018: Das sind die persönlichen Song-Perlen der Blogger!


Es ist nun schon wieder einen Monat her, dass der letzte Vorentscheid 2018 stattfand. Was haben wir wieder alles an Live-Sendungen angesehen und kommentiert. Von faszinierend bis schwer erträglich war wieder mal alles dabei, und jedem ist davon einiges noch in guter Erinnerung. Auf die Liste der schlimmsten Beiträge verzichten wir dieses Jahr aus Zeitgründen (vielleicht schauen wir dazu in der off season nochmal zurück, mal sehen). Aber jeder Blogger hat einen Song herausgepickt, den er besonders gern in Lissabon dabeigehabt hätte. Unsere Perlen des Jahres. Enjoy.

 

Tjabe
Diogo Piçarra – Canção do fim (Portugal)

Als bekannt wurde, dass Diogo Piçarra an der portugiesischen Vorentscheidung teilnehmen würde, habe ich mich sehr gefreut. Ein aktuell sehr gefragter Name des Landes. Die Erwartungen waren groß und zum Glück konnte er mit seinem Lied „Canção do fim“ alle überzeugen. Leider kamen die Plagiatsvorwürfe dazwischen, so dass er nicht mehr am nationalen Finale teilnahm, was ich sehr bedauert habe und was mir den Spaß am Festival RTP da Canção 2018 etwas genommen hat. Er wäre für mich ein toller Repräsentant Portugals im eigenen Lande gewesen.

 

Salman
Brooke – Heart of gold (Malta)

Brooke ist in Malta ein ewiger Pechvogel. Sie hat eigentlich alles, was es bräuchte um zu gewinnen, aber ist in den letzten Jahren immer knapp gescheitert. Mit „Heart of gold“ hätte sie es echt verdient gehabt. Es ist ein richtiger Gute-Laune-Song und hätte auch im Euroclub zu einem Dauerbrenner werden können. Die schwedische Produktion und Ähnlichkeit zum letztjährigen Melfest-Song von Wiktoria ist zwar nicht zu bestreiten, aber ich denke international wäre der Song auf jeden Fall besser angekommen als der Gewinnersong von Christabelle. Echt schade. Hoffentlich bleibt Brooke dabei und schafft es demnächst mal für Malta zum ESC.

 

Marc
Lisandro Cuxi – Eva (Frankreich)

Was war das für ein stark besetztes Finale im neuen französischen Vorentscheid-Format „Destination Eurovision“. Da war doch gleich ein halbes Dutzend Lissabon-würdiger Titel am Start. Besonders gerne mag ich den Zweitplatzierten Lisandro Cuxi. Der Song „Eva“ lag im Jury-Voting noch vorne und musste sich im Televoting dann gegen „Mercy“ geschlagen geben. Lisandro sieht aus, als wäre er direkt den Jackson Five entsprungen. Sein Song „Eva“ beginnt ruhig und baut sich dann schön auf, um in einen Refrain mit tollem Ohrwurm-Charakter zu münden. Auch der französisch-englische Sprachmix ist gut gelungen.

 

Douze Points
Operación Triunfo Grupal – Camina (Spanien)

Eine fröhliche, ein bisschen billige Popnummer mit Tonartwechsel auf Spanisch? Das ist genau mein Ding! Insofern arbeiteten sich „Camina“ und „Magia“ nach dem spanischen Vorentscheid immer weiter in meiner ESC-Favoriten-Playlist nach vorn. Bis zu dem Tag, als mir der Youtube-Algorithmus – ja, warum wohl – den Operación-Triunfo-Auftritt von Raoul und Agoney aka #Ragoney empfahl. Ihr „Manos vacías“ ist nur ein Cover und darf deshalb hier nicht als persönliche Vorentscheid-Perle geführt werden. De facto ist es aber meine Entdeckung dieser Saison. Um regelkonform eine Perle zu nominieren, könnte ich nun „Magia“ wählen, weil das zumindest von Agoney (gemeinsam mit Miriam) bei der „OT Eurovision Gala“ gesungen wurde. Dass ich hier trotzdem „Camina“ als Favoriten habe, liegt einfach daran, dass es eine „Camina“-Version der OT-Weihnachtsausgabe gibt, bei der alle 16 Kandidaten dabei waren, natürlich auch Ragoney. Sage noch einer, beim ESC ginge es nur um die Musik. Achso, Chancen hätten beim ESC weder „Camina“ noch „Magia“ oder ein Duett von Ragoney gehabt. So what!

 

Peter
Samir och Viktor – Shuffla (Schweden)

Nun sind sie die Euroclub-Götter. Alle drei Mello-Bewerbungen von S & Sexy V sind Megaknaller und von Jahr zu Jahr sieht Viktor besser aus. „Shuffla“ kombiniert moderne Dancepop-Elemente sehr intelligent mit Zitaten großer Eurotrashpop-Discohits der 80er. Das hätte ich sooooo gerne in Lissabon wiedergehört und -gesehen. Ein zukünftiger Schwedenschlager-Evergreen wird es no matter what.

 

DJ Ohrmeister
Lo Stato Sociale – Una vita in vacanza (Italien)

Was für ein unfassbarer Ohrwurm – und dazu ein grandioser Text von der Güte eines Francesco Gabbani. Sicherlich war Alberto „Albi“ Cazzola nicht die beste Stimme des Festivals, doch der catchy Auftritt der Spaßtruppe begeisterte die anwesende Presse derart, dass Lo Stato Sociale den Journalisten-Preis und am Ende noch einen unglaublichen zweiten Platz holten bei Sanremo 2018. Als Gimmick der Nummer tanzte die durch mehrere Talentshows Europas durchgereichte 83-jährige Salsa-Prinzessin Paddy Jones um ihr Leben, so dass man sich nicht mehr halten konnte vor Lachen. Ein toller pinker Farbtupfer in dem sonst eher gediegenen Musikfestival.

 

Jan
Nassi – Rêves de gamin (Frankreich)

Diesen Song hätte ich mir so gerne für Lissabon gewünscht! Offensichtlich präsentiert uns Nassi eine Art Autobiographie seiner Kindheit und erzählt von seinem großen Kindheitstraum – nämlich sein Leben auf der Bühne zu verbringen und seine Freude und sein Leid mit seinen Zuhörern zu teilen. Niemand traut es ihm zu, Lehrer und Eltern plädieren eher für die sichere Nummer. Aber nun steht er da und singt. Zwar – so ehrlich muss man sein – nicht besonders gut. Aber die von ihm selbstkomponierte orientalische Europopnummer geht nach vorn wie nichts Gutes. Der Song kommt zwar ohne klassischen Refrain aus, an seine Stelle tritt aber ein orientalischer Instrumentalteil, der sich gewaschen hat. Weil Nassi jetzt nicht nach Lissabon fährt, hoffe ich zumindest auf angemessene Würdigung durch DJ Ohrmeister und DJ Douze Points im Euroclub!

 

Matthias
Sebastian Schmidt – Stay (San Marino)

Wie in jedem Jahr habe ich mehrere Perlen, die es nicht zum ESC geschafft haben. Ich habe mich hier für „Stay“ aus dem sammarinesischen Vorentscheid entschieden – eine klassische Ballade, die in Lissabon vermutlich nicht groß herausgestochen wäre (vgl. „Together“ von Ryan O’Shaughnessy). Doch der Wahl-Kölner Sebastian Schmidt macht mit seiner beeindruckend klaren Stimme aus dem Song ein zu Herzen gehendes Liebeslied. Dadurch finde ich es stärker als den irischen Beitrag. Man merkt, dass Basti eine musikalische Ausbildung hat, da sitzt jeder Ton an der richtigen Stelle. Und charmant sieht er auch noch aus. Ich hoffe, wir sehen ihn im nächsten Jahr wieder bei einem Vorentscheid – vielleicht dem deutschen?

 

BennyBenny
Anna Ritsmar – Starlight (Dänemark)

Anna hat mich beim Dansk Melodi Grand Prix total weggeblasen. Die Ukulele, der Sternenhimmel, ihr Outfit – hier passt einfach alles zusammen. Dazu dieser luftige Ohrwurm, den sie mit lenaesquer Leichtigkeit vorträgt. Da stört dann auch der ein oder andere schiefe Ton nicht. Ich bin mir sicher, dass Anna in den Wettquoten aktuell besser dastehen würde als Rasmussen.

 

Und was waren – mit etwas Abstand betrachtet – Eure schönsten Nicht-Lissabon-Songs des Jahres?