Weltumspannendes Künstlerprojekt singt für Armenien in Wien „Don’t Deny“

Genealogy Armenien 2015

Armenien hat soeben angekündigt, wer das Land beim Eurovision Song Contest in Wien vertreten wird. Zumindest zum Teil. Denn nunmehr wissen wir, dass das Künstlerprojekt Genealogy die Kaukasusrepublik repräsentieren wird. Auch der Titel „Don’t Deny“ ist bekannt. Wer aber tatsächlich singen wird, ist weiter unklar.

Bereits am Nachmittag wurde in den sozialen Medien spekuliert, dass die Armenier tatsächlich Cher zum ESC schicken würden. Ganz so spektakulär wird es nun doch nicht. Ein amerikanischer Künstler mit armenischen Wurzeln wird aber als einer von sechs tatsächlich auf der Bühne in Wien stehen. Nur wer?

Die Idee hinter Genealogy ist genauso einfach, wie konsequent: Infolge des armenischen Genozids, bei dem vor 100 Jahren viele Armenier getötet oder vertrieben wurden, gibt es heutzutage überall auf der Welt Menschen mit armenischen Wurzeln. Diese soll das Projekt Genealogy zusammenbringen – und zwar in einer Band.

Fünf Musiker – je einer aus Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien – sollen zusammen mit einem armenischen Künstler, der auch tatsächlich in Armenien lebt, gemeinsam auftreten und das Lied „Don’t deny“ singen. Ihre Botschaft: Frieden, Einheit und Toleranz. Visuell soll das Vergissmeinnicht Pate des Projekts sein.


Wer genau diese sechs Künstler sind, soll ab dem 16. Februar bekanntgegeben werden. OGAE Armenia hat bereits Vermutungen, um wen es sich handeln könnte, nämlich Tamar Kaprelian, Inga Arshakyan, Athena Manoukian, Essaï und Vahe Tilbian.

ESC-Fans ist Inga Arshakyan von ihrem Auftritt 2009 in Moskau in guter Erinnerung, wo sie im Duett mit ihrer Schwester Anush auftrat.

Inga & Anush – Jan Jan

Tamar Kaprelian lebt in Amerika und ist laut ESCUnited am besten für ihren Song „New Day“ bekannt.

Tamar Kaprelian – New Day

Athena Manoukian wiederum lebt in Australien und war dort mit der Single „XO“ erfolgreich. Ein Titel, der nach Meinung des Autors ganz hervorragend für den ESC geeignet wäre. Auch visuell. Und im Zweifel auch als australischer Beitrag.

Athena Manoukian – XO

Essaï lebt in Frankreich und Vahe Tilbian in Äthiopien. Spekulationen über den sechsten Künstler, der in Armenien leben soll, haben derzeit noch nicht die Runde gemacht.

Mit dem Projekt „Genealogy“ und der wenig unterschwelligen Botschaft „Don’t deny“ im 100. Jahr nach dem Genozid des Osmanischen Reichs testet Armenien wieder einmal die Grenzen des „unpolitischen“ ESC aus. Andererseits kann man das Ganze auch positiv unter dem offiziellen Motto „Building Bridges“ betrachten. Schade, dass die Türkei als Nachfolger des Osmanischen Reichs erst im nächsten Jahr wieder beim ESC dabei sein will.