Wetten dass: Was tust du, wenn du gewinnst? Nochmalige PKs der BIG 5

Am Tag vor dem Finale fanden weitere Pressekonferenzen der Big5, des Gastgebers und der EBU statt. Hier das wichtigste daraus im Telegrammstil.

EBU PK zum Junior ESC 2017 in Georgien:

Das georgische JESC-Team in Kiew bei der Präsentation

– Mariam Mamadashvili gewann den JESC im November letzten Jahres mit dem musicalhaften „Mzeo“. Nach dem dritten georgischen Sieg findet der JESC nun zum ersten Mal in Georgien, und zwar in Tiflis statt.
– Datum: 26. November 2017
– kleinere Regeländerungen: viele Länder wollen mehr in Englisch singen, bisher waren lediglich 25 Prozent des Texte erlaubt, nun sind es 40 Prozent, damit alle ihre Refrains in Englisch singen können
– mehr Flexibilität bei den Backings Tracks, bis zu 6 Sänger dürfen darauf zu hören sein, aber Leadsänger/in muss auch im JESC weiterhin live singen
– Natürlich freuen sich alle Beteiligten auf den nächsten JESC in Georgien, das sich als europäisches Land fühlt und präsentieren will und über eine reichhaltige eigenständige Musikszene verfügt
– Televoting bleibt abgeschafft, aber es soll andere Möglichkeiten geben, wie man das Publikum beteiligen will
– die derzeit noch 11-jährige Mariam möchte in Musicals auftreten und eines Tages auch zum Eurovision Song Contest

Mariam hat bereits den ESC 2027 fest im Blick

– Das Logo des JESC 2017 wurde präsentiert: Es zeigt passend zum Motto „Shine bright“ eine „segmentierte Sonne voller Farben und Ausdruck“. Nun ja.

Die PK der BIG 5 und der Ukraine fand praktischerweise gleich in einem Aufwasch mit allen auf dem Podium statt und nicht einzeln wie noch zum Beispiel in Wien (damals quälend langatmig und mit neuem Informationswert nahe Null). Das Procedere war das gleiche wie bei den Sieger-PKs nach den beiden Semifinals.

Interpret/in plus eine Begleitperson (Delegstionschef/in) nahmen auf dem Podium Platz. Erste verschwurbelte Frage kam von der Moderatorin: Wenn ihr euch hättet qualifizieren müssen, wie hättet ihr euch im Semifinale gefühlt – und hättet ihr geglaubt, dass ihr es geschafft hättet?

Frankreich: Alma
Ich wäre mehr gestresst gewesen. Ich hoffe, wir hätten es durchs Semi geschafft.

Deutschland: Levina
Ich war schon nervös beim Umschlagöffnen, ich habe viel Respekt für die Kollegen, die das mitmachen. Ich hoffe, wir hätten es durchs Semi geschafft.

Italien: Francesco Gabbani
Zu den BIG5 zu gehören, ist ein großes Privileg. Es wäre sicher stressiger und weniger angenehm gewesen. Ich hoffe, wir hätten es durchs Semi geschafft.

Spanien: Manel Navarro
Ich habe während Semi 1 im Greenroom in die Gesichter der Teilnehmer gesehen und mich sehr gefreut, das ich nicht darunter war. Ich hoffe, wir hätten es durchs Semi geschafft.

Ukraine: O.Torvald
Ich bedanke mich bei Jamala, die den ESC in die Ukraine gebracht hat. Dank ihr sind wir direkt im Finale und verspüren weniger Stress. Im Semifinale hätten wir sonst sicher weniger getanzt, weil wir nervöser gewesen wären.

Großbritannien: Lucie Jones
Ich wäre verrückt geworden. Es ist wunderbar, wie die anderen das schaffen. Im nationalen Finale hatten wir auch Jury und Televote und eine Verkündung am Ende auf der Bühne, das fühlte sich ganz ähnlich an.

Dann folgen offene Fragen aus dem Publikum:

an Alma: Ist es schlimm, als Letzte ran zu müssen?
Ich freue mich über die Startnummer 26, weil auch Marie Myriam damals als Letzte sang, das wird ein schöner Tribut. Ich werde versuchen, die Show zu genießen und zu entspannen, als wäre ich vor dem TV.

an Francesco: Kann die Message des Songs in drei Sätzen erklärt werden? (Journalist Alastair hat es immer noch nicht verstanden).
Die Art und Weise, wie wir leben, zu überdenken und an die tiefere Bedeutung des Lebens zu denken, das ist die Message.

an alle: Wie fühlt ihr euch?
Wir kürzen das ab und werfen ein pauschales AMAZING in die Menge. Leadsänger Jewhen Halytsch von O.Torvald erwähnt dabei unter anderem „unsere Kämpfer im Osten der Ukraine, die unser Land sicherer machen“.

an Francesco: Wie ist es, nicht mehr Nummer 1 bei den Buchmachern zu sein?
Vielen Dank dafür, denn das bedeutet weniger Druck für mich und motiviert mich, noch mehr Spontaneität zu zeigen.

an Manel: Gibt es nach der Krise endlich eine Renovierung des Vorentscheids in Spanien? Ana Maria Bordas, neue spanische Delegationschefin antwortet ausweichend:
Wir haben eine Jury und Televoting. Und ein 50-50-System. Wir haben Regeln und einen Gewinner und das ist Manel. („Sie hat Plastikschmuck von der Kirmes an“, raunt Peter neben mir entsetzt, daher habe ich eine weitere Ausführung nicht mitbekommen)

an Francesco: Jeder denkt, du gewinnst. Wie verbringst du die Nacht damit?
Der größter Druck kommt davon, immer wieder dieser Frage gestellt zu bekommen. Ich will ehrlich sein, ich umarme dieses Abenteuer ESC und denke nicht ständig an einen möglichen Sieg.

an alle: Wie wäre es mit einem Musikprojekt mit allen zusammen?
Alma antwortet stellvertretend: Das wäre toll, aber wir müssen erst mal das Finale schaffen. Ab Sonntag ist dann eine neue Welt für uns.
(Der französische Delegationsleiter beantwortet währenddessen Textmessages, gibts noch was Wichtigeres? Tatsächlich verlässt Frankreich die PK vorzeitig.)

an Levina: Warum werden die anfangs miesen Wettquoten besser, liegt’s am Staging?
Ich schaue da nicht so darauf. Ich freue mich, das zu hören. Ich lasse mich aber durch Wettquoten nicht weiter stressen und will mich ganz auf die Performance konzentrieren.

an Francesco: Wird es eine Version in Spanisch geben?
Es ist sehr schwierig, die Bedeutung des Textes in Spanisch oder irgendeine andere Sprache zu übersetzen. Daher eher nein.

an alle: Was macht ihr, wenn ihr gewinnt? Jeder soll etwas einsetzen.
Manel:
wird sich den Kopf rasieren
Francesco: wird den Affen rasieren
Levina: wird eine Rap-Version aufnehmen (muss ein Weilchen überlegen)
Lucie: wird „Humanitarian work“ machen (fällt nichts ein, nimmt Vorschlag aus Publikum an)
O.Torvald: Wenn Italien gewinnt, lasse ich mir ein Tattoo von Francesco im Gesicht machen
Alma: ist schon weg

an Levina: Nach zwei letzten Plätzen, schaffst du einen Umschwung?
Ich habe einen positiven Song und möchte die Menschen motivieren, das Publikum erreichen und viel positive Vibes verbreiten. Natürlich möchten wir den Platz für Deutschland ändern!

Abschließend erhalten O. Torvald noch ein Geschenk von ukrainischen Akkreditierten, passend zum Song „Time“ wird eine selbstgemachte Uhr eines Künstlers überreicht.

Fazit: Der Informationswert dieser nach einem Meet & Greet und einer PK dritten Presseveranstaltung ist doch sehr überschaubar. Immerhin haben wir noch ein paar schöne Bilder machen können. Und wir können uns möglichweise auf einen nackten Affen freuen (?)