Wir spielen Christer: Die PrinzBlog-Reihenfolge für die ESC-Semifinals 2017 (2)

Was immer im Kopf von Christer Björkman vorgeht, wenn er die Startreihenfolge der ESC-Semis festlegt, ich stelle mir das so vor wie das Aufmacherbild: ein Datenfeld der ukrainischen (alternativ schwedischen) Fahne mit abgestuften Mischfarben. Das alles hat seine Logik und damit auch die einzig logische Reihenfolge der zweiten Hälfte des ersten Halbfinales zur Folge.

Schweden wie Christer Björkman sind bekanntermaßen Rationalisten – die klimatischen Umstände in Skandinavien lassen nichts anderes zu. Diese Denk- und Verhaltensweise übertragen sie durchaus auch auf andere Lebensbereiche. So bekommt aber auch ganz schnell Struktur in das musikalische Chaos, das die Länder mit ihren eingereichten Beiträgen und die Auslosung der Länder angestellt haben.

Denn was ist das Ziel mit der nicht ausgelosten Startreihenfolge? Genau, dass sich keine Klumpen zu ähnlicher Beiträge bilden. Das heißt, es soll Abwechslung bei Geschlecht der Interpreten, der Dynamik und der Musikstile entstehen. Allerdings kommt bei der Ablaufplanung noch ein weiterer Punkt mit dazu: zwei Beiträge mit sehr aufwändiger Bühnengestaltung sollten idealerweise getrennt werden. Falls das nicht klappt, kann man aber immer noch eine kurze Schalte in den Greenroom einbauen, um Zeit zu schinden.

Damit haben wir folgende Kriterien: Geschlecht, Anzahl der Personen auf der Bühne, Tempo der Melodie, Dynamik des Auftritts, Originalität des Titels (als Indikator für unterschiedliche Musikstile) und den Umbauaufwand. Der Einfachheit halber setze ich für alle Kriterien eine 5er Skala voraus. Die einzelnen Stufen bekommen eine farbliche Kennung.

Im nächsten Schritt sind nun die Beiträge entsprechend zu kategorisieren. Dann sind sie so anzuordnen, damit die Farben möglichst stark variieren und sich keine entsprechenden Klumpen (große Flächen gleicher Farbe) bilden. Das muss auch für die letzten drei Beiträge der ersten Hälfte des Semis gemacht werden, um einen durchgängig flüssigen und abwechslungsreichen Programmablauf zu erreichen.

Hier die Lösung:

Mit geradezu perfekter Präzision verteilen sich die wenigen Männer so, dass zwischen ihnen immer zwei Frauen singen (gilt auch für Bands, wenn die Sängerin eine Frau ist). Auch die (antizipierte) Anzahl von Personen auf der Bühne variiert. Kritisieren lässt sich am ehesten, dass mit Zypern und Armenien zwei Beiträge aufeinander folgen, die zumindest nach der gewählten Kategorisierung recht ähnlich sind (so dass größere Flächen gleicher Farbe entstehen). Führt man sich beide Beiträge vor Augen, stellt dies aber in der Realität kein wirkliches Problem dar. Nicht zuletzt, weil sie unterschiedlichen Geschlechtergruppen angehören.

Den ersten Teil des Semifinals haben wir hier in einer gemeinsamen Bloggeraktion sortiert. Die erste Hälfte endet mit Salvador Sobral (Portugal), Tamara „Tako“ Gachechiladze (Georgien) und Blanche (Belgien). Danach übernimmt nun mit dem SunStroke Projekt eine Gruppe mit einer flotten Saxofon-Nummer samt niedlicher Choreografie.

10. Moldawien: SunStroke Project – Hey Mamma!

Danach wird’s Zeit für eine etwas ruhigere, wiewohl kraftvolle Nummer mit Frau und einer Geige.

11. Polen: Kasia Moś – Flashlight

Mit einem Misch aus 80ern, Rap und RnB ist danach Island musikalisch durchaus weit genug entfernt.

12. Island: Svala – Paper

Danach darf ein Mann ran – und zwar mit einer äußerst klassischen und melodischen Ballade.

13. Slowenien: Omar Naber – On My Way

Damit darüber niemand hinwegschlummert, dürfen anschließend Triana Park die Zuschauer wieder aufwecken.

14. Lettland: Triana Park – Line

Danach wird’s gleich noch einmal ruhiger mit klassischer Instrumentierung.

15. Tschechien: Martina Bárta – My Turn

Und schon wären wir beim nächsten Mann, der mit einem dynamischen Midtempo-Song einen schönen Kontrast setzt.

16. Zypern: Hovig – Gravity

Als vorletzter Beitrag darf dann Artsvik mit ihrer anspruchsvolle Mischung aus traditionellen und modernen Klängen an den Start.

17. Armenien: Artsvik – Fly With Me

Den Abschluss bildet der griechische Beitrag. „This Is Love“ passt musikalisch, um die Liederpräsentation dynamisch und mit durchaus vertrauten Klängen abzuschließen. Gleichzeitig ist der Titel des Liedes ja auch schön in Bezug auf die Veranstaltung zu interpretieren.

18. Griechenland: Demy – This Is Love

 

Unsere Startreihenfolge für das komplette Semifinale 1 sieht also wie folgt aus:

1. Schweden: Robin Bengtsson – I Can’t Go On
2. Albanien: Lindita Halimi – World
3. Australien: Isaiah – Don’t Come Easy
4. Finnland: Norma John – Blackbird
5. Montenegro: Slavko Kalezić – Space
6. Aserbaidschan: DiHaj – Skeletons
7. Portugal: Salvador Sobral – Amar pelos dois
8. Georgien: Tamara Gachechiladze – Keep the Faith
9. Belgien: Blanche – City Lights
10. Moldawien: SunStroke Project – Hey Mamma!
11. Polen: Kasia Moś – Flashlight
12. Island: Svala – Paper
13. Slowenien: Omar Naber – On My Way
14. Lettland: Triana Park – Line
15. Tschechien: Martina Bárta – My Turn
16. Zypern: Hovig – Gravity
17. Armenien: Artsvik – Fly With Me
18. Griechenland: Demy – This Is Love

In Kürze folgen dann Tjabe und OLiver mit der Fortsetzung von „Wir spielen Christer“ und dem zweiten Semifinale. Sie werden sicher ganz andere Methoden anwenden, um die optimale Songreihung herauszufinden. Stay tuned!