Wir spielen Edgar: PrinzBlog-Reihenfolge für die ESC-Semifinals (2)

Edgar Böhm

Hallo, hier spricht Jan-Edgar. Mein Vorname passt ganz gut, finde ich, jedenfalls besser als im vergangenen Jahr in Kombination mit „Pernille“. Also: Danke Österreich schon einmal dafür! Ich bin jetzt also für die Startreihenfolge in der zweiten Hälfte des ersten Semis zuständig. Gar kein Problem!

Da ich ein dynamischer und vielbeschäftigter Fernsehproduzent bin und neben dem ESC auch noch einige andere wirklich wichtige Dinge zu erledigen habe, muss das hier wirklich schnell gehen! Also lasst uns keine Zeit verlieren! Wie war denn gleich das Ende der ersten Hälfte? Ja, richtig, das estnische Trennungsduo, das jahrelang um den heißen Brei herumgeredet hat – und nun liegt sie allein und nackig im Bett – selbst Schuld!

Als Beruhigung nach dieser aufreibenden Geschichte aus dem Baltikum brauchen wir etwas zur Entspannung. Da sehe ich keine andere Möglichkeit, als zu Beginn der zweiten Hälfte die Magyaren auf die Bühne zu schicken. Ja gut, es geht um Kriege – musikalisch geht es aber nicht sanfter in diesem Semi, deshalb muss Boggie mit ihrer Friedensbotschaft auf der Startnummer 9 diese Hälfte eröffnen.

9. Ungarn – Boggie – Wars for nothing

Gut, weiter im Text. Jetzt muss es natürlich wieder etwas stärker rappeln im Karton! Ach, was sehe ich da, ein Lied heißt „Warrior“? Na, wenn das nicht im Anschluss an die Friedenstaube aus Budapest thematisch passt, weiß ich es auch nicht. Also, rauf auf die Bühne mit Nina Sublatti auf Startplatz 10. Hebt sich auch musikalisch ziemlich gut ab, finde ich.

10. Georgien – Nina Sublatti – Warrior

Und was machen wir jetzt? Mal sehen, zwei Songs habe ich in meiner Hälfte, die eigentlich mehr oder weniger als Füllmaterial zwischen thematisch und musikalisch sehr unterschiedlichen Titeln ganz gut passen. Sogenannte Puffer-Musik! Das sind für mich Albanien und Rumänien. Ich entscheide – weil es schnell gehen soll – ganz kurz und knapp nach dem Alphabet und verfüge die Startnummer 11 für Elhaida Dani!

11. Albanien – Elhaida Dani – I´m alive

Drei Frauen hintereinander? Als TV-Produzent gefällt mir das natürlich gar nicht so besonders, aber der Überhang ist in dieser zweiten Hälfte des ersten Semis nun einmal da und lässt sich nicht wegleugnen („Don´t deny“ eben…). Jetzt aber Jungs! Die Rumänen müssen später noch abpuffern, deshalb fällt die Entscheidung zwischen den dänischen Rotzlöffeln und Mr. Spock aus Minsk. Da Letzterer sich aber in weiblicher Fiedelbegleitung befindet, müssen an dieser Stelle die Nordlichter ran. Es ist ja auch halbwegs flott, was die Halbstarken von Anti Social Media im Angebot haben, deshalb gehen sie jetzt als Zwölfte ins Rennen.

12. Dänemark – Anti Social Media – The way you are

Und schon habe ich die Hälfte geschafft. Funktioniert auch, ohne, dass man daraus eine Wissenschaft macht…

Meine Startnummer 16 habe ich bereits im Kopf, die Puffer-Rumänen werden davor starten, bleiben noch zwei Acts übrig. Einmal Uptempo, einmal Ballade. Dann kann nach den dänischen Möchtegern-Beatles jetzt die große Geste auftreten, und die kommt in dieser Hälfte nun eindeutig aus dem allseits beliebten russischen Reich. Startnummer 13 passt für Polina Gagarina auch deshalb, weil einige ihr Glück wünschen werden und einige andere ihr aber auch sonstwas an den Hals wünschen. Da fühlen sich dann mit dieser Position alle irgendwie wohl!

13. Russland – Polina Gagarina – A million voices

Die nächste Startnummer geht also logischerweise (siehe oben) jetzt an Uzari & Maimuna aus Weißrussland. Mann (Uzari – dominant in diesem Duo) und Uptempo geht hier auch völlig in Ordnung, nachdem die große Schwester aus Moskau gerade alle in der Stadthalle und zu Hause vor den Bildschirmen an die Wand gesungen hat und man ermattet nach Luft ringt.

14. Weißrussland – Uzari & Maimuna – Time

Jetzt kommt er endlich, der zweite Puffer-Titel. Tut keinem weh, ist aber auch nicht sonderlich auffällig, wenn man das wirklich schöne Preview-Video einmal beiseite lässt. Und im Grunde sollen die Männer von Voltaj aus Rumänien an dieser Stelle auch nur den Weg bereiten für den krönenden Abschluss dieses ersten Semifinals. Und der muss gelingen, sonst lässt man mich am Ende nie wieder einen Eurovision Song Contest produzieren…

15. Rumänien – Voltaj – All over again

Da sind wir schon am Ende angekommen. Ich will ja nichts falsch machen, deshalb habe ich mal geschaut, was meine Vorgänger Christer und Pernille in den vergangenen Jahren auf die letzten Startplätze gesetzt haben. Das waren ausschließlich schnelle Uptempo-Songs. Nun will ich ja nicht unangenehm aus dem Rahmen fallen und als „Lahmer Eddie“ in die ESC-Annalen eingehen. Deshalb kommt auch von mir ein Knaller zum Abschluss des ersten Semis. Optisch und musikalisch. Bojana Stamenov wird hoffentlich richtig einen raushauen, insbesondere, wenn ihr Song im zweiten Teil mordsmäßig disco- und technomäßig aufdreht. So haben wir dann nach dem letzten Ton eine Stimmung im Publikum in der Stadthalle, wie man sie sonst vermutlich nur vom Silvesterstadl mit Andy Borg kennt!

16. Serbien – Bojana Stamenov – Beauty never lies

Damit ist das erste Semifinale vollständig. Mein Kollege Tjabe-Edgar und ich kommen also zu folgender Reihenfolge:

1. Niederlande: Trijntje Oosterhuis – Walk along
2. Armenien: Genealogy – Face the shadow
3. Moldawien: Eduard Romanyuta – I want your love
4. Mazedonien: Daniel Kajmakoski – Autumn leaves
5. Finnland: Pertti Kurikan Nimipäivät – Aina mun pitää
6. Griechenland: Maria Elena Kyriakou – One last breath
7. Belgien: Loïc Nottet – Rhythm inside
8. Estland: Elina Born & Stig Rästa – Goodbye to yesterday
9. Ungarn: Boggie – Wars for nothing
10. Georgien: Nina Sublatti – Warrior
11. Albanien: Elhaida Dani – I´m alive
12. Dänemark: Anti Social Media – The way you are
13. Russland: Polina Gagarina – A million voices
14. Weißrussland: Uzari & Maimuna – Time
15. Rumänien: Voltaj – All over again
16. Serbien: Bojana Stamenov – Beauty never lies

Auch für das zweite Semifinale muss natürlich eine Startreihenfolge gefunden werden. Darum kümmern sich meine Kollegen OLiver-Edgar und Matthias-Edgar in den nächsten Tagen. Wir teilen uns nämlich alle die Produzenten-Stelle. Der ORF zahlt so gut, dass wir alle unser Auskommen haben…

Und worum ich mich jetzt noch alles kümmern muss, das erzähle ich Euch HIER.