Wir spielen Edgar: PrinzBlog-Reihenfolge für die ESC-Semifinals (4)

Maraaya

Die zweite Hälfte des zweiten Semifinals ist mit 9 Beiträgen (darunter der Popsoul von Maraaya, Foto) der größte der vier Blocks. Matthias-Edgar versucht eine Variante aus Festlegen und Losen. Schließlich darf das klassische System, das vor Malmö jahrzehntelang funktionierte, durchaus eine Renaissance bekommen.

Ende Januar wurde in Wien ausgelost, welche Länder in welchem der beiden ESC-Halbfinals starten; außerdem erfuhren die Delegationen, in welcher Hälfte des Semis ihr Act auf die Bühne der Wiener Stadthalle darf. Nun ist es an Edgar Böhm, dem Executive Producer der Show vom ORF, die Reihenfolge festzulegen – seit 2013 wird ja nicht mehr gelost.

Edgar Böhm Conchita

Wir PRINZ Blogger haben uns seither einen Spaß daraus gemacht, in die Rolle der Produzenten zu schlüpfen und selbst eine Startreihenfolge festzulegen. Nachdem Tjabe-Edgar und Jan-Edgar das erste Halbfinale (19. Mai) sortiert haben (hier und hier), hat OLiver-Edgar für das zweite Halbfinale (21. Mai) die Startplätze 1 bis 8 bestimmt und mir, Matthias-Edgar, auf Startposition 8 die Rockballade „Hope Never Dies“ aus Tschechien übergeben. Mir obliegt es nun, die restlichen neun Halbfinalisten auf ihre Plätze zu weisen.

Ich habe mich am Losverfahren des Allocation Draw orientiert, mit dem die 33 Länder, die in den zwei Semis starten müssen, verteilt wurden. Um eine Häufung von Balladen zu vermeiden, habe ich mehrere Lostöpfe gebildet und die neun parat stehenden Beiträge für die Startnummern 9 bis 17 des zweiten Halbfinales entsprechend verteilt:

Lostopf 1 (die schnelleren Nummern): Schweden, Slowenien, Israel
Lostopf 2 (Balladen): Polen, Aserbaidschan, Zypern

„Unbroken“ aus Island ist ein interessanter Fall. Nicht besonders schnell, aber vom Gefühl her nicht wirklich eine Ballade – ich werfe Marías Kärtchen in Lostopf 1. In den dritten Lostopf schließlich wandern die beiden Nummern „Love Injected“ und „Time to Shine“, die eine gewisse Ähnlichkeit in sich bergen und nicht hintereinander kommen sollten.

Außerdem greife ich ins Zufallssystem ein und nehme Israel wieder aus dem ersten Topf – Nadav Guedj setze ich ganz ans Ende dieses Halbfinales, er bekommt von mir somit Startplatz 17 zugeteilt. Israel hat zuletzt vor fünf Jahren das ESC-Finale erreicht, da pushe ich die Israelis einfach ein bisschen. Hat ja niemand behauptet, dass das 2013 eingeführte Placing-System fair ist… 😉

Hier sind also meine drei Lostöpfe: die 3 schnelleren Beiträge in der weißen Schale; die 3 Balladen passend in der roten Schale; Schweiz und Lettland in der Glasschale.

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Mein Verfahren kann dazu führen, dass mehrere Frauen oder Männer hintereinander kommen – aber das finde ich weniger schlimm, als wenn drei Balladen am Stück kämen. Sprachenvarianz gibt es ohnehin keine, alle 9 zur Verfügung stehenden Lieder haben einen englischen Text.

OLiver-Edgar hat mir auf Startnummer 8 die Rockballade aus Tschechien übergeben, „Hope Never Dies“ von Marta und Václav. Damit sollte auf Startplatz 9 zwingend eine schnellere Nummer kommen. Greifen wir also nach der weißen Schale.

Wer eröffnet die zweite Hälfte dieses Semis – María, Monz oder Maraaya? Heraus kommt: „Here for You“ aus Slowenien. Echtes Kontrastprogramm zu dem Beitrag der tschechischen Republik…

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Eine gute Startposition für das Duo. (Die Zahlen auf den Kärtchen sind die Beats per minute, die mir eine Software ermittelt hat – eine Grundlage, die Songs auf die Lostöpfe zu verteilen.) Nach der Ballade aus Prag kann der slowenische Dance-Pop-Soul seine Wirkung gut entfalten, finde ich. Nehmen Marjetka und Aleš alias Raay die Kopfhörer-Optik mit nach Wien, sollte diese dem Zuschauer auch bei einer mittleren Startnummer im Gedächtnis bleiben, bis das Voting beginnt.

9. Slowenien: Maraaya – Here for You

Nach der slowenischen Uptempo-Nummer (von den neun Beiträgen wurde für „Here for You“ der höchste BPM-Wert ermittelt) folgt ein Kontrapunkt mit einem langsameren Beitrag. Also der Griff in Lostopf 2, wo drei Ballade für die hintere Hälfte dieses Semis warten: Monika aus Polen, Giannis aus Zypern und Elnur aus Aserbaidschan.

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Heraus kommt der Zyprer – schön, nach der für manche etwas gewöhnungsbedürftigen Stimme von Marjetka aus Ljubljana. Für Giannis (der nun offiziell plötzlich John heißt?!?) wäre ein Startplatz weiter hinten vermutlich noch etwas besser gewesen, aber er wird mit der schön-schlichten Trennungsballade auch nach Maraaya glänzen können.

10. Zypern: Giannis Karagiannis – One Thing I Should Have Done

Das Kärtchen mit Giannis kommt an meine Ergebniswand direkt unter Maraaya. Als nächstes ist Lostopf 3 an der Reihe. Hier geht es nur darum: Kommt zuerst Lettland oder die Schweiz? Eine Frau ist es in jedem Falle, womit die Geschlechter-Abwechslung vorerst gewahrt bleibt.

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Ich ziehe das Kärtchen mit dem lettischen Beitrag. Die Dame mit dem Goldschmuck an der Kehle und dem ungewöhnlichen R&B-Song. Das ist definitiv ein Gegensatz zu der Straight-Forward-Ballade vom Mittelmeer.

11. Lettland: Aminata – Love Injected

Damit hängen vier der neun Beiträge an meiner Ergebniswand, die Startnummern 9 bis 11 sowie 17 sind vergeben.

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Es folgt wieder Lostopf 1, denn „Love Injected“ ist auch kaum flotter als Giannis‘ Song. Ich glaube zwar kaum, dass sich der Zuschauer bei Aminata langweilt, aber ein wenig Wumms darf jetzt gern wieder kommen. Die weiße Schale enthält noch zwei Kärtchen: Måns oder María aus Island? Nach Aminata wäre ein Mann eigentlich gut.

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Und ich ziehe in der Tat den Favoriten aus Schweden. Monz bekommt somit eine Startnummer im Mittelfeld. Im Grunde ist es aber egal, wo „Heroes“ startet. Das Lied gilt als großer Favorit und muss darum nicht ans Ende des Feldes.

12. Schweden: Måns Zelmerlöw – Heroes

Auch im roten Balladen-Schüsselchen liegen noch zwei Kärtchen. Wer kommt zuerst an die Reihe, die Bombastnummer aus Baku oder das schlichte Lied aus Polen?

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Es ist der Azeri. Jetzt schlägt also die Stunde des Wolfs – ob 13 Elnurs Glückszahl ist? Bei seinem ersten ESC-Einsatz für Aserbaidschan 2008 in Belgrad startete er im Semi auf Startplatz 7, im Finale dann von der 20, also auch eher gegen Ende. Auch „Hour of the Wolf“ wird von den Wettbüros derzeit unter die ersten 10 gesetzt, Elnur ist also direkt nach Monz ein weiterer Favorit für dieses Semi. Da bleiben die Zuschauer dran!

13. Aserbaidschan: Elnur Hüseynov – Hour of the Wolf

Tja, damit steht aber auch fest, dass nun drei Damen am Stück kommen, denn der letzte Mann, Nadav Guedj, ist schon auf Startposition 17 gesetzt und die drei verbliebenen Kärtchen (je eines pro Schale) tragen allesamt Frauennamen – allerdings besteht in meiner Runde sowieso leichter Frauenüberschuss.

Eine weitere Ballade würde nach „Hour of the Wolf“ untergehen, darum ein letzter Griff in die weiße Schale. Hier ist nur noch María aus Island übrig, die auf der Reise von Reykjavík nach Wien merkwürdigerweise ihr dóttir verloren hat und nur noch Ólafs heißt. „Unbroken“ hätte ich selbst, wenn ich nicht ausgelost hätte, auch an diese Position gesetzt. (Und auch Elnur direkt davor. Die Kombination beider Songs passt gut.)

14. Island: María Ólafs – Unbroken

Weil auf Startplatz 17 die flotte Oriental-Nummer über Tel Aviv gesetzt ist, sollte direkt vor Nadav eine Ballade kommen – damit sind auch die letzten beiden Startplätze fix: Erst folgt die Schweiz, die mit dem RnB-Song durchaus einen Kontrast zu „Unbroken“ bietet.

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15. Schweiz: Mélanie René – Time to Shine

Nach Mélanie René setzt Monika Kuszyńska aus Polen mit Schlichtheit in Perfektion einen weiteren Kontrapunkt. „In the Name of Love“ ist das wohl simpelste Lied im Startfeld und unterliegt damit der Gefahr, total übersehen zu werden. Das kann ihr zwar auch direkt vor Nadav blühen, doch die Platzierung des Songs ist in jedem Fall schwierig. Auf Startposition 16, kurz vor Schluss, ist das Risiko, schnell wieder vergessen zu werden, in jedem Fall geringer als etwa auf Startplatz 10.

16. Polen: Monika Kuszyńska – In the Name of Love

Und den Abschluss bildet, wie gesagt, der Junge, der uns Tel Aviv zeigen will. Da kann die Wiener Stadthalle nochmal 3 Minute Party machen und mittanzen, ehe der Zuschauer aufgefordert ist, seine Stimme abzugeben.

17. Israel: Nadav Guedj – Golden Boy

Damit sind alle neun Kärtchen an der Wand, und die Reihenfolge der zweiten Hälfte steht:

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Allen wird man es eh nicht recht machen können, denkt sich Matthias-Edgar. Aber insgesamt ist es eine ganz gute Reihenfolge geworden, finde ich. Monikas schlichte Ballade kann zwischen RnB und Oriental-Pop glänzen, und auch Giannis kann mit seiner Geschichte von den gebrochenen Liebesschwüren zwischen der slowenischen Luftgeige und der ungewöhnlichen lettischen Nummer seine Kraft entfalten.

Damit ist das zweite Halbfinale aus PRINZ-Blog-Sicht fix, hier die Reihenfolge von OLiver-Edgar und mir:

1. Montenegro: Knez – Adio
2. Malta: Amber – Warrior
3. Norwegen: Mørland & Debra Scarlett – Monster like me
4. San Marino: Anita Simoncini  & Michele Perniola – Chains of light
5. Irland: Molly Sterling – Playing with numbers
6. Litauen: Monika Linkyte & Vaidas Baumila – This time
7. Portugal: Leonor Andrade – Há um mar que nos separa
8. Tschechien: Marta Jandová & Václav Bárta – Hope never dies
9. Slowenien: Maraaya – Here for you
10. Zypern: Giannis (John) Karagiannis – One thing I should have done
11. Lettland: Aminata – Love injected
12. Schweden: Måns Zelmerlöw – Heroes
13. Aserbaidschan: Elnur Hüseynov – Hour of the wolf
14. Island: María Ólafs(dóttir) – Unbroken
15. Schweiz: Mélanie René – Time to shine
16. Polen: Monika Kuszyńska – In the name of love
17. Israel: Nadav Guedj – Golden boy

Hier haben meine Kollegen Tjabe-Edgar und Jan-Edgar die erste und die zweite Hälfte des ersten ESC-Semifinals sinnvoll sortiert.