Xmas Special: Danke OLi!

Unseren diesjährigen Weihnachtsgruß an alle Leserinnen und Leser möchten wir mit einem ganz besonderen Dankeschön verbinden – einem riesigen DANKE an unseren Co-Blogger und (bisherigen) Blogger-Dompteur OLiver, der sich bekanntlich in 2018 für eine Auszeit entschieden hat. Unser zehntes Bloggerjahr wird gaaaaaaaanz anders ohne OLi, aber bevor das beginnt wollen wir innehalten und OLis gigantische Leistungen für diesen Blog zelebrieren.

Zunächst möchten wir allen Leserinnen und Lesern dieses Blog ein wunderbares Weihnachtsfest wünschen und auch an dieser Stelle noch einmal für die Hinwendung zum PRINZ ESC Blog danken. Eurem Feedback und Eurer aktiven Beteiligung haben wir maßgeblich zu verdanken, uns zur größten unabhängigen ESC Website im deutschsprachigen Raum entwickelt zu haben.

Maßgeblichen Anteil daran hat unser (bisheriger) Quasi-Chef OLiver, der uns jeweils (je nach Saison) acht bis zehn aktive Blogger koordiniert und domestiziert (hat). Bevor OLi die Regie übernommen hatte, gab es zuweilen drei Berichte über’s Mello Finale und keinen aus Mazedonien. Seitdem OLi das Team mit seinem unverwechselbarem sanften Druck koordiniert, passiert sowas nicht mehr, ganz im Gegenteil. Dieses Supervisor-Talent hatte OLiver irgendwie übrigens auch schon weit vor Gründung des PRINZ ESC Blogs.

Dazu muss man wissen, dass sich der PRINZ Blog aus einem Hamburger Freundeskreis heraus gegründet hat, der über die gemeinsame Leidenschaft für den ESC schon Mitte der 90er Jahre zusammen gefunden hatte. Legendär sind unsere Early Days Videoabende (VHS!) in Hamburger Absturzkneipen, wo unbedarfte fremde Gäste, die das zufällig miterlebten, fragten, ob „hier das Treffen der Hamburger Frisöre“ stattfinden würde?

Mehr als zehn Jahre danach haben wir – der digitalen Revolution sei Dank – dann unser Hobby auch mit einen eigenen ESC Blog kultiviert. (Die Bloghistorie hat OLiver – wer sonst – hier zusammengefasst.) Aber schon in den zehn Jahren davor, hat OLi unsere Hamburger Treffen entscheidend geprägt. Mir sind beispielsweise seine epischen San Remo Abende aus jenen VHS Zeiten unvergessen. Während gefühlt hunderte ähnlich klingender Canzioni bis 2 Uhr morgens an uns vorbeiödeten (die wir alle unter strikter Regie von OLiver akribisch zu bewerten hatten), steigerte sich OLivers Euphorie persönlich ins Unermessliche, wenn irgendwann eine Diva aus der Kategorie „Patty Pravo“ auf der Bühne stand.

Prägnant hat Janni das langjährige „Hamburger Engagement“ von OLi zusammengefasst: „OLiver ist ein niemals enden wollender Quell kreativer und lustiger Ideen. Auch unsere Hamburger Fantreffen hat er damit reichlich gesegnet und geprägt. Nehmen wir zum Beispiel unsere Hamburger Club-Wettbewerbe „Hanse Grand Prix“ und „Hamburger Member Contest“: Eine einfache Länderzulosung beim Hanse Grand Prix war mit ihm nicht zu machen. Die Auslosungsergebnisse waren stets das Ende einer stundenlangen Kavalkade von Quizzen und Spielchen, durch die zunächst einmal nur festgelegt wurde, in welcher Reihenfolge überhaupt Länder zugelost wurden. Legendär auch die von ihm erdachte „lebende Punktewand“ beim Hamburger Member Contest. Mit einem Konterfei-Lätzchen seines Kandidaten geschmückt saßen alle Teilnehmer nach jeder einzelnen Punktevergabe immer genau in der Reihenfolge, die auch dem jeweiligen Zwischenergebnis entsprach. Man kann sich vorstellen, was das stellenweise für ein Gewusel war…

Zu gern erinnere ich mich auch an jeden ESC, den ich mit ihm im Pressezentrum verbracht habe. Immer wieder sah er etwas – sei es auf dem Bildschirm oder an benachbarten Tischen –, das in seinem Kopf Bilder entstehen ließ, die er uns dann mitteilte. Für die nächsten fünf Minuten war arbeiten dann fast unmöglich, weil wir uns die Bäuche vor Lachen halten mussten. Er ist also nicht nur unglaublich kreativ, sondern auch ungemein witzig und geistreich und hat dadurch wesentlich zur guten Stimmung im Team beigetragen.“

Tjabe ergänzt die Erlebnisse von Janni passend dazu weitere persönliche Erinnerungen: „OLiver und ich teilten die Leidenschaft für das alljährliche portugiesische Drama. Mit ihm konnte ich über die Feinheiten eines Festival RTP da Canção ausgiebig philosophieren. Ich sehe uns noch vorm PC bei Grand Prix Freund Harald sitzen, wo wir die nationale portugiesische Entscheidung von 2010 gebannt verfolgten, während Kollegen aus dem Bloggerkreis in Tiefschlaf fielen. Lieber OLiver, Danke für das Mithochhalten der portugiesischen Fahne. Ich hätte Dich grad in Lissabon sehr gern dabei gehabt. „Penso em ti, eu sei“- Ich denke an Dich, dass weiß ich schon jetzt, bei vielen Momenten in Portugal und freu‘ mich, dass Du wenigstens zu den Shows kommen wirst.“

Es war in der Tat (unter anderem) der Autor dieser Zeilen, der sich bei dem Klangbrei einer vierstündigen portugiesischen TV-Show nach dem dritten Glas Rotwein nicht mehr wachhalten konnte und auf der Couch von Freund Harald sanft entschlummerte, um von OLi zur portugiesischen Ergebnisverkündung geweckt zu werden.

Und was wäre dieser Blog ohne die Reise- und Erlebnisberichte von OLiver, zuletzt die JESC Tour in Georgien?!

Co-Blogger Douze Points hat OLiver mehr auf solchen Reisen begleitet und erinnert sich gern: „Eigentlich kenne ich OLiver schon aus Studienzeiten; zumindest waren wir zeitweise am selben Institut eingeschrieben. Über den PRINZ Blog lernte ich ihn und als erstes seine Vorliebe für Musik-Video-Wettbewerbe kennen. Zunächst im überschaubaren Rahmen mit 10-15 Teilnehmern; später auf dem Blog dann öffentlich mit teilweise über 200 Teilnehmern bzw. bei den Tippspielen zum ESC sogar noch mehr.

Wohlwissend um OLivers Zahlen- und Tipp-Affinität ist es für mich auch auf gemeinsamen Reisen ein vertrautes Bild gewesen, ihn allabendlich mit dem Laptop auf dem Bauch zu sehen, wie er quasi als meditative Übung Leser-Votings in eine riesige Excel-Datei überträgt. Das ist ähnlich normal, wie dass es mich am karibischen Strand auf Little Corn Island plötzlich packt und ich nach kurzer ESC-Fach-Diskussion mit OLiver sofort einen Blog-Artikel schreiben muss. Damals im Januar ging es um die überraschende Erkenntnis, dass die fünf Vorentscheid-Teilnehmer lediglich zwei Songs singen würden. Dass die Veröffentlichung dieser Info wichtiger ist als ein Strandspazierung um die Insel, war für uns beide keine Frage. Milliarden anderer Menschen würden das wohl anders sehen.

Die Erkenntnis, dass wir nicht nur gut gemeinsam beim PRINZ Blog zusammenarbeiten können, ohne uns dabei musikalisch auch nur im Entferntesten in die Quere zu kommen (wobei ich Dank OLivers iberischer und dramatischer Ader auch den Reiz der Lieder von Pastora Soler wertzuschätzen gelernt habe), kam 2012. Nach den Irrungen und Wirrungen beim ESC in Baku begaben wir uns für eine Woche gemeinsam auf einen Trip durch den Kaukasus. Dankenswerterweise hat OLiver das in einer umfangreichen Serie festgehalten. Manchmal lese ich die Sachen wieder, erlebe die Erfahrungen erneut und lache immer wieder herzhaft.

Neben seinem Enthusiasmus, den ich hoch achte, und seinem Verantwortungsbewusstsein liebe ich OLivers trockenen Humor und seine faszinierend abwegigen, wiewohl bestens passenden Assoziationen – nicht nur zum ESC. Das hat mir über die Jahre viel Freude bereitet. Und das werde ich beim Bloggen besonders vermissen. Wie schön, dass er als Mensch nicht aus der Welt ist und wir ganz sicher wieder mal eine Reise in eine absurde, aber gerade deshalb spannende Gegend dieser Welt unternehmen werden. Und ich hoffe, das ist nicht erst der Fall, wenn Kasachstan den ESC gewonnen hat.“

Ich (Peter) frage mich, wie OLiver die Blog- und ESC-Diät durchhalten will?! Er will ja nicht nur (mindestens ein Jahr) auf dem PRINZ Blog pausieren, er will (mit Ausnahme von Deutschland und Italien) so ESC-abstinent leben, dass er die Beiträge erstmals in den Liveshows hört. In den 70er und 80er Jahren war das Standard, aber heute? Unvorstellbar!!!! Der erste Beitrag der neuen Saison läuft bei mir bereits in heavy rotation.

Jüngst haben sich die PRINZ Blogger in Hamburg zu einer „Bloggerkonferenz“ getroffen und OLiver hochleben lassen und gleichzeitig besprochen, wie wir OLis Aufgaben aufteilen, um mit dem Blog in 2018 auch während seiner Auszeit weiter Gas zu geben. OLis vorbildlicher Einsatz für unsere Website „von Fans für Fans“ ist uns dabei Ansporn genug, dass wir das hinkriegen werden. Nur eins trauen wir uns nicht zu: die Lesergames. Die sind so eng mit OLi verbunden, diese Fußstapfen sind für uns einfach noch zu groß.

DANKE OLi, für neun fantastische Co-Blogger-Jahre. Du bleibst ein integraler Bestandteil dieses Blogs, denn viele Deiner 1.300 Beiträge sind zu „Evergreens“ geworden und werden heute noch oft und gerne gelesen. (Liebe Leser/Co-Blogger, postet in der Kommentarspalte gerne Eure persönlichen Blogfavoriten aus dem Œuvre von OLi. Meiner ist und bleibt dieser hier.)

Genieße Deine Auszeit, OLi! Wir sind schon ganz gespannt auf unsere Gespräche in 2018. Worüber reden wir dann? Nun, Du hast selbst schon Vorschläge macht, etwa „Reisen in abgelegene Gebiete, innovative Süßwaren oder Prominente mit Kieferfehlstellungen.“

Tjabe hat für Dich den englischen Text eines Deiner Favoriten aus Portugal (Eurovision 1986) ein wenig abgeändert, damit Du weißt, dass wir Dich sehr vermissen werden.

Don’t be so angry with us

The good side of life
The dream of knowing how to live
It’s time to follow
The new dawn
Don’t be so angry with us, oh oh…
We only want you, oh oh…

A story with ‘ESC’
we are looking back on it, and we won’t forget it
The good side of being with you
Is kept in our senses

The crazy stories, the long live blogs
The short sentences, it’s all right
We want to dance, to enjoy, to have fun
The fire that’s burning inside of us

Don’t be so angry with us, oh oh…
We only want you, oh oh…
Don’t be so angry with us, oh oh…
We only want you, oh oh…

We don’t know if it’s a problem
To imagine that everything is possible
We have no idea how to change
The colour of infinity

The sound of words, the magical ESC
The in and the out, it’s all right
Are you staying or are you going?
We are waiting to see you, should we or not?

We only want you, oh oh…
Don’t be so angry with us, oh oh…
We only want you, oh oh…
Don’t be so angry with us
We only want you

Hier abschließend das portugiesische Original:

Dora „nao sejas mau pra mim“