ESC 2017: Zweite Probe Frankreich – Almas nächtlicher Bummel durch Paris

Alma beschließt mit ihrer 2. Probe den Reigen der Big 5-Länder, bevor dann heute mit einer Zeremonie mit Rotem Teppich der ESC feierlich eröffnet wird. In der anschließenden Pressekonferenz strahlte Alma am Ende wie ein Honigkuchenpferd.

Alma startet im Finale in der zweiten Hälfte.

Heute (7.5.2017) vor 40 Jahren feierte Frankreich seinen letzten Sieg (Marie Myriam) beim Eurovision Song Contest. Kann Alma diese lange Durststrecke beenden?

Das Outfit: Alma hat sich bei ihren Auftritt für ein schwarz-weißes Etuikleid mit silber leuchtenden Applikationen entschieden. Ihre langen Beine kommen prima zur Geltung und farblich harmoniert das fast (zu) gut mit dem ebenfalls schwarz-weiss gehaltenen Bühnenhintergrund. Es hebt sich nämlich nicht ab. Sie ist hübsch geschminkt und trägt ihre langen Haare offen. Ihre Augen funkeln so richtig in den Close-Ups und sie gestikuliert mit ihren Armen und reckt diese immer wieder nach oben. Eine sehr attraktive Frau scheint da im nächtlichen Paris auf dem Weg zu einer Cocktail-Party zu sein.

Die Bühne: Alma steht ganz alleine auf der Bühne – „Lost in Paris“. Das Spektakuläre an ihrer Show ist der Bühnenhintergrund – quasi ein 3D-Architektur-Modell von Paris. Den Mittelpunkt bildet dabei immer wieder der Eiffelturm. Man hat fast das Gefühl selbst in Paris an einem Aussichtspunkt zu stehen und einen spektakulären Blick auf das Lichtermeer der Stadt zu geniessen. I like. Zumindest hat man hier auch Elemente aus dem Video wieder aufgegriffen. Man sieht Fenster und erkennt schemenhaft wie sich Personen bewegen.

Die Show: Zunächst blicken wir bei Tageslicht auf die die Häuserkulisse von Paris. Nach und nach neigt sich der Tag dem Ende zu und wechselt in ein goldenes Abendlicht. Dann kommt der spektakulärste Teil der Show. Als würde man im Nachtflug mit dem Flieger über Paris düsen, zieht die Stadt an einem vorbei – absoluter Fix- und Orientierungspunkt ist immer wieder der Eiffelturm. Das dürfte beim ein oder anderen TV-Zuschauer Gänsehaut erzeugen. Dann folgen schnelle Drehungen um die eigenen Achse.

Die Veränderungen: Kritikpunkt an Almas erster Probe war, dass sie in dem Setting zu verloren und statisch wirkt. Phasenweise wirkte es wie ein Suchbild: Findet Alma in der Pariser Kulisse! Hier hat man entgegengewirkt: es gibt mehr Close-Ups und Alma ist perspektivisch näher an der Kulisse. Es scheint als habe man näher an die 3D-Landschaft herangezoomt. Auf jeden Fall wirken sich die Veränderungen positiv aus.

Fazit: Gefahr besteht, dass der reiselustige TV-Zuschauer mehr auf den Bühnenhintergrund achtet und es zu sehr vom Song und von Alma ablenkt. Tatsächlich ertappe ich mich dabei, dass es mir schwerfällt, die stimmliche Leistung einzuschätzen, da auch ich mich voll aufs nächtliche Paris konzentriert habe. Stimmlich ist aber zumindest nichts negativ aufgefallen und Alma reckt zur Schlusspose die Hand in die Höhe und wirkt sehr gelöst und zufrieden.

 

Die Pressekonferenz

Heute ist ein besonderer Tag für Frankreich: heute steht die Präsidentschaftswahl an und es ist auch ein besonderer Tag in der französischen Eurovisionsgeschichte -heute vor 40 Jahren hat ‚la Grande Nation‘ zum letzten Mal den Grand Prix d’Eurovision gewonnen. Beide Ereignisse sollten auch in der Pressekonferenz von Alma eine Rolle spielen.

Alma hat gestern ihren Einspielfilm für das Grand Final gedreht und war im EuroVillage. Sie berichtet, dass sie etwas gestresst ist, weil sie ihre gesamte Choreografie tausend mal geübt hat und auswendig konnte und es nun Änderungen im Ablauf gibt und die Schrittfolge neu ist. Sie erklärt auch, warum sie zu ihrem Uptempo-Song „Requiem“ nicht tanzt. Es sei ihr Wunsch gewesen, keine komplizierte Dance-Choreografie zu haben, denn sie sei ja keine Tänzerin und möchte sich ganz auf den Gesang konzentrieren können.

Der Head of Delegation verrät, dass sie eventuell noch eine Überraschung in petto haben. Man überlege „Elemente“ der Bühne hinzuzufügen, wäre sich aber nicht ganz sicher. was könnte das sein? Spontan fallen mir Straßenlaternen oder Parkbänke ein…. mal abwarten, ob noch etwas kommt.

Blogger Tjabe bittet dann Alma den letzten französischen Siegerbeitrag von Marie Myriam anzustimmen und Alma erfüllt ihm diesem Wunsch und erntet viel Applaus dafür.

Ein wichtiges Thema ist dann die französische Präsidentschaftswahl. Gleich mehrere Fragen gibt es hierzu. Alma erklärt, dass sie gewählt habe. Der Trubel um die Wahl hätte sie aber nicht bei der Vorbereitung auf ihren Beitrag gestört. Sie bezieht auch klar Position: sie sagt, es wäre wichtig zu wählen und seine Stimme abzugeben. Durch die Blume gab sie dann auch eine Art Wahlempfehlung: es passieren so viele traurige Dinge gerade in der Welt, da muss man aufpassen, dass man seine Stimme keiner ‚crazy person‘ gibt, meinte Alma.

Zum Abschluss erklärt sie nochmal die Zusammensetzung ihres Künstlernamens und dass sie Alexandra heißt, aber selbst von der Familie Alma genannt wird. Sie liebt den Namen, weil er auf spanisch und portugiesisch ‚Seele‘ bedeutet.

Dann zieht sie das große Los! Auch Alma startet in der zweiten Hälfte im Grand Final und ist überglücklich und strahlt als hätte sie im Lotto gewonnen. Damit verabschieden wir uns aus dem Pressezentrum und ziehen weiter zum Red Carpet im Mariyinsky Palace.