Live-Blog: Zypern entscheidet sich für „La la love“

Das Melodifestivalen hat zwar noch nicht begonnen, dennoch spielt Schweden schon jetzt eine wichtige Rolle: Das zypriotische TV-Publikum hat heute entschieden, welches von drei Liedern aus schwedischer Feder Ivi Adamou in Baku singen wird. Fast schon erwartungsgemäß gewann der Song „La la love“. Der erste Euroclub-Hit 2012 ist geboren! Der PRINZ-Blog hat live mitgebloggt. Hier der Live-Blog zum Nachlesen:

Wie gerade bereits in den Abendnachrichten erklärt wurde, wird der heutige Siegertitel in einer 50/50-Abstimmung zwischen Publikum (SMS/Anrufe) und einer 7-köpfigen Jury ermittelt.

Der Moderator Christos Grigoriadis hat sich ganz schick gemacht und kündigt die „einzigartige…. Ivi Adamou!“ an – es folgt ein Einspieler mit lauter bunten Ausschnitten von Ivi auf Bühnen, im TV, auf Zeitschriftencovers.

Der Song für Aserbaidschan…. „doch wieso Aserbaidschan?“ Christos sagt, daß immer das Siegerland des Vorjahres ausrichtet, obwohl es Gerüchte gebe, daß diese Goldene Regel in den nächsten Jahren geändert werden könnte. „Doch das sind bislang nur Gerüchte.“ Hier schließt sich eine Video-Grußbotschaft von Nikki, und der Clip von „Running scared“ in Düsseldorf an. Und das war live nur wenig besser gesungen, als heute nachmittag auf der Auslosung in Baku. Die Show heißt übrigens „Ein Song für Ivi“….

Nun eröffnet Christos eine Geographiestunde, wie er sagt. Wo liegt wohl Baku? Das Publikum, einige bekannte Fan-Gesichter übrigens darunter (zum Beispiel der Präsident von OGAE Cyprus) ist hoffnunglsos überfragt….. „ziemlich weit weg“… (dabei liegt Zypern ja nun aus mitteleuropäischer Sicht eher nah dran…. und was sollen denn die Isländer sagen?) Ein Video soll Klarheit über Lage und die wichtigsten Facts&Figures über Baku bringen.

Der Öl- und Gas-Reichtum und die wirtschaftliche Entwicklung werden ebenso angesprochen wie die Bewerbungen für die Olympischen Spiele 2016, 2020, und 2024 (z.T. in Planung). Schöne Bilder aus Baku, machen auch wieder mehr Lust hinzufahren, nachdem die „Show“ heute nachmittag eher abtörnend war…

Soooo, wir sind wieder im Studio. Der Wertungsmodus ist wie folgt: Sowohl das Publikumsvoting als auch die Jurywertung werden umgerechnet in 12, 10 und 8 Punkte für die drei Lieder. Bei Gleichstand ist die Publikumsmeinung entscheidend. Und die Jury wird auch noch vorgestellt. Nur eine Frau ist dabei (eine Journalistin), ansonsten Fernsehleute und zwei etwas prominentere Fans: einer von OGAE Cyprus, und Andrew James Main von der Fan-Website „All Kinds of Everything“.

Und nun das obligatorische Video zum Aufenthalt von Christos Mylordos, dem letztjährigen Verteter Zyperns, im rheinischen „Dusseldorf“… (naja, Griechischsprechende haben immer etwas Schwierigkeiten mit dem „ü“…. ich kenn‘ das…). Und unser Moderator leitet seilschwingend zum Video über…. in dem natürlich auch die seilschwingende Begleiterin von Herrn Mylordos vorkommt, auf der Bühne der ESC-Arena. Wo ist eigentlich Ivi? Noch unterwegs zum Studio? (jetzt wissen wir, womit die Zyprioten die 80 Minuten füllen wollen.)

Oh je, jetzt ein Quiz. Einer der Juroren, angeblich ein Ober-Fan des ESC, bekommt ne Menge Fragen:

1) Wie oft war Evridiki auf der ESC-Bühne? 6x (davon 3x im Chor)

2) In wievielen Sprachen hat Zypern zwischen  2000 und 2011 gesungen? 4

3) Welches Land hat 2003 auch Griechisch im Text gehabt, während Griechenland und Zypern nur auf englisch sangen? Israel

4) Und was ist das besondere verbindende Element, das die Zyprioten in den letzten Jahren auf die ESC-Bühne brachten? Möbel! Ein paar Spiegel, Tische, und die schöne Lampe von 2011, die nun jeder in Zypern zuhause stehen hat….

Ach… Ivi soll auf die Bühne! Ivi, Ivi, IVIIIIIIIII….! Hmmm , kommt niemand, sie steckt noch in der Umkleide. Werbung!

So, der Moment, auf den laut Christos alle gewartet haben (recht hat er!). Die Songs.

„Call the Police“

Dänisch/schwedisches Autorenteam in der Postkarte. Ivi im silbernen Kleidchen (der Fummel irgendwo zwischen Paparizou und Perrelli), die Bewegungen aus den drögen Low-Budget-Videoclips, und die Stimme mehrfach durch den Vocoder gejagt. Klingt bißchen unmotiviert, meine ich. Sie strahlt zwar, aber es scheint so zu kommen, wie erwartet: alles scheint auf „La la love“ hingemünzt, der Rest der Show ist nur Beiwerk.

In der Songpause wird mit den Fans vom OGAE geplaudert, der Club vorgestellt, und sogar: der Euroclub erwähnt. „Eine Erfahrung, die jeder einmal im Leben gemacht haben muß“, meint Christos. Nun sprechen Musikerkollegen in Video-Einspielern über Ivi, beweihräuchern sie bis zum Umfallen: „große Stimme“, „Wahnsinnsausstrahlung“, „begeisterungsfähig“, „tolle Kollegin“, „auf dem Teppich geblieben“, „experimentiert gern“, „Riesentalent“…..

„La la love“

Ok, kein Kleiderwechsel. Noch pointiertere Bewegungen, noch mehr Mimik, allerdings im Refrain ziemlich albernes Gewinke (das müssen wir ihr abgewöhnen…). Und wie erwartet: stärkerer Applaus, wobei: völlig ausflippen tun nicht mal die braven Fans im OGAE-Block (das haben wir in griechischen Vorentscheiden schon anderes erlebt!)

So, jetzt wackelt der Live-Stream ganz gehörig. Und weg isser. Wir hoffen auf erneute Verbindung…. ja, wie schon in den Kommentaren bemerkt, es wird NICHT live gesungen. Vielleicht will man das dem Publikum nicht antun? Erklärungen gab es keine dazu, aber bei griechischen VEs hat man das auch schon mal gern gemacht, „um das Publikum nicht zu beeinflussen“ (??!) Wobei ich sagen muß, daß Ivi in den letzten beiden Jahren schon mit einigen Größen des (griechischen) Musikgeschäfts zusammen aufgetreten ist, und ganz guten Live-Gesang liefert.

Tja, leider noch immer kein Stream…. Call the police…. where is my stream….?

Da simmer wieder! Schnelldurchlauf! Und noch knapp 20 Minuten Voting-Zeit.

„You don’t belong here“

Ernster Gesichtsausdruck bei diesem Kelly-Clarkson-Balladenkracher, jetzt erstmals für mich echt eine gute Ausstrahlung und passende Bewegungen, etwas Gänsehaut…. sehr schön!

Dennoch erwarte ich, dass „La la love“ es machen wird, der Song führt in allen möglichen Internet-Polls und ist sicherlich für die große Bühne, zumindest akustisch, ein unverwechselbarer Klopper. Da ist „You don’t belong here“ doch etwas unscheinbar. Nur optisch gefällt mir das Gezappel von Liebchen Adamou nicht so wirklich. In den Preview-Videos war dies schon schwer zu ertragen, heute war es kaum besser. Und die Uptempo-Songs verlieren dann eher, wenn es zu albern aussieht. Optisch war die Ballade meine Nr. 1. Aber für den Euroclub wollen wir natürlich „La la love“. Schnelldurchlauf, noch neun Minuten.

Frage an Ivi: „Ist schon klar, wer Dich in Baku auf der Bühne begleiten wird?“ Sie zu ihm: „Na Du natürlich!“ „Ok, dann beweise ich Dir jetzt, daß ich Dich begleiten kann“

Ivi darf sich nun zu ihren drei Titeln jeweils einen griechischen Songtitel überlegen (in zypriotischem Dialekt)…. das Publikum mag’s (ich hab’s nicht verstanden). „Hast Du Dir den Moment in Baku auf der Bühne schon mal vorgestellt?“ Sie ist total aufgeregt, sagt sie.

Countdown. Lines closed.

Jetzt ein Filmchen zur Biographie von Ivi, vor allem zu ihrem musikalischen Werdegang. Sie werde nie aufhören, die Musik zu lieben, sollte sie auch irgendwann mal etwas anderes tun im Leben. Sie ist sehr stolz auf ihre Familie. Ihre Mutter kommt aus Bulgarien, und sie, Ivi, spricht auch die Sprache (zum Unterhalten reicht’s).

Nun viel, viel Lob von der Jury – diese Passagen sind immer seeeeehr langatmig in Shows, in denen der Interpret bereits feststeht. Nunja, alle finden sie toll, und die drei Lieder super. Und die Quiz-Trine will wieder mit ESC-Wissen glänzen, und meint, daß Ivi den 5. (also den bisher besten) Platz Zyperns in einem ESC-Finale dieses Jahr übertreffen kann.

Ach, alle Kollegen aus den Videos dürfen jetzt auch noch was sagen. Sogar Sinplus aus der Schweiz! So bekommt man die 80 Minuten voll….. wobei: jetzt sind es ja schon 100 Minuten. Und jetzt auch noch die Delegationschefin. Is‘ gut jetzt. Sie soll ihre emotionalste Erinnerung an den ESC erzählen (Riverdance), und die lustigste (Jimmy Jump in Oslo 2010).

Die Ergebnisse sind da. Und es ist: …..Werbung!

Jurywertung: You don’t belong here 8 – Call the police 10 – La la love 12

Publikum: Call the police  8 – You don’t belong here 10 – La la love 12

Ok, warum sie das jetzt auch nochmal in 12, 10, 8 umrechnen ist unklar, aber gut:

Offiziell gewinnt „La la love“ mit…. 12 Punkten.  Das Publikum tobt (ein bißchen), wir freuen uns über den ersten richtigen Knaller für den Euroclub, und wünschen Euch eine gute Nacht!

Der erwähnte Preview-Videoclip zu „La la love“

Und der Playback-Auftritt am Ende des Finales heute abend